Lead Awards "B.Z.", "Handelsblatt" und "taz" als "Zeitung des Jahres" nominiert

Montag, 22. August 2016
Die "B.Z." sorgt immer wieder mit außergewöhnmlichen Covern für Aufsehen
Die "B.Z." sorgt immer wieder mit außergewöhnmlichen Covern für Aufsehen
Foto: B.Z.

Viele alte Bekannte und einige Überraschungen halten die Nominierungen für die Lead Awards 2016 bereit. Während die "Zeit" und das "Zeit Magazin" ihre kreative Ausnahmestellung mit insgesamt 20 Nominierungen untermauern, können sich auch viele Newcomer und Indie-Magazine Hoffnungen auf eine Auszeichnung machen.
Für die wohl größte Überraschung sorgt die Jury um Markus Peichl indes in der Kategorie "Zeitung des Jahres". Hier sind drei Titel nominiert, die bislang noch nie in den Genuss dieser Auszeichnung gekommen sind: Das "Handelsblatt", die linksalternative "taz" und die Boulevardzeitung "B.Z.". Die Kaufzeitung von Axel Springer wurde laut Jury ausgewählt, weil sie "den Boulevardjournalismus neu definiert, indem sie Breitenwirksamkeit, Ernsthaftigkeit und Anspruch verbindet." Die "taz" erhielt ihre Nominierung, weil sie "lange vor anderen Blättern mit den üblichen Gepflogenheiten der Gattung 'Zeitung' gebrochen hat und dadurch ein heimlicher Vorreiter eines neuen, erweiterten, meinungsstarken Zeitungsjournalismus wurde. Und dem "Handelsblatt" attestiert die Jury, dass es "konsequenter und besser als jede andere Zeitung die Umwandlung in ein tägliches Magazin hinbekommen hat, mit der man der Konkurrenz der Online-Medien begegnen kann und muss." Über alle Unterkategorien hinweg dominiert bei den Zeitungen einmal mehr "Die Zeit" mit insgesamt sechs Nominierungen den Wettbewerb. Der "Tagesspiegel" kommt auf vier Nominierungen, die "B.Z." auf drei, die "Süddeutsche Zeitung", das "Handelsblatt" und der "Kölner Stadt-Anzeiger" kommen auf je zwei Nominierungen.

Bei den Zeitschriften dominiert das "Zeiot Magazin" mit 14 Nominierungen, der "Stern" kommt auf 11 Nominierungen, das "SZ Magazin" liegt mit neun Nominierungen auf der Shortlist auf Platz 3. Das "SZ Magazin" hat zudem als eine von drei Zeitschriften Chancen auf die Auszeichnung als "Lead Magazin des Jahres". Ebenfalls nominiert sind "Vice" und das Musikmagazin "Spex".

Hoffnungen auf den Titel als "Newcomermagazin des Jahres" können sich sechs Titel machen: Nominiert sind das Essay- und Reportagemagazin "Block" von Theresia Enzensberger, das Frauenmagazin "Barbara" von Gruner + Jahr, der "Stern"-Ableger "Crime", die "Spiegel"-Beilage "Literatur Spiegel", die deutsche Ausgabe des Modemagazins "L'Officiel" und das Outdoor-Magazin "Walden" (ebenfalls von G+J).

"Man kann den Magazinen und Zeitungen viel vorwerfen, aber eines bestimmt nicht: Dass sie wegschauen", sagt der Vorsitzender der LeadAcademy Markus Peichl. "Angesichts der massiven Häufung von Katastrophen und Untergangsszenerien in der Bild- und Medienwelt kann man manchmal fast nur hoffen, dass das alles nur eine Folge der Übertreibung und Hysterisierung im Internetzeitalter ist. Meine Erfahrung nach 24 Jahren LeadAwards ist aber leider, dass wir hier immer ziemlich genau das abgebildet haben, was die Gesellschaft, die Kultur und die Welt gerade ausgemacht hat."

In der Kategorie Werbung haben die Agenturen Grabarz & Partner, Jung von Matt und Kolle Rebbe mit jeweils drei Nominierungen die Nase vorn, gefolgt von Heimat und Thjnk mit je zwei Nominierungen. Die Lead Awards 2016 werden am 10. Oktober in Hamburg vergeben. Die Ausstellung "Visual Leader", bei der alle nominierten Arbeiten gezeigt werden, öffnet am 26. August in den Hamburger Deichtorhallen ihre Pforten. dh
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