Lead Awards 2016 Preisvergabe im Schnelldurchlauf - "SZ Magazin" ist Leadmagazin des Jahres

Montag, 10. Oktober 2016
Das "SZ Magazin" ist das Leadmagazin des Jahres, die "B.Z." Leadzeitung des Jahres
Das "SZ Magazin" ist das Leadmagazin des Jahres, die "B.Z." Leadzeitung des Jahres

Wer es so sehen möchte, kann das Dinner, das am Montagabend in Hamburg anlässlich der Verleihung der Lead Awards stattfand, als das exklusivere Event bezeichnen. Der Grund für die gestrichene Party ist ein anderer.
Statt weit über tausend Gäste waren zu den Lead Awards in diesem Jahr nur 200 geladen. Statt die Deichtorhallen zu mieten, wurde die Verleihung in die Räume der Ausstellung "Visual Leader" nebenan im Haus der Photographie verlagert. Statt die Gewinner in einer mehrstündigen Zeremonie für ihre Leistungen zu würdigen, gab es eine Preisvergabe im Schnelldurchlauf. Und statt sich anschließend auszutauschen und Neues auszuhecken, blieben die Preisträger auch danach weitgehend unter sich. Feiert sich so eine Branche, die auf die Kreativität ihrer Fähigsten dringender angewiesen ist denn je?
Markus Peichl, der Vorsitzende der Lead Academy, will nicht falsch verstanden werden: "Wir lieben diese Arbeit, und wir finden sie wichtig. Deshalb würden wir sie auch gerne wieder auf die große Bühne bringen. Aber wir brauchen dafür Partner und Unterstützer." Einen Anlass für einen Schulterschluss böte das Jubiläum im kommenden Jahr. 2017 finden die Lead Awards zum 25. Mal statt.

Das Konzept für die Jubiläumsveranstaltung reift. Es setzt auf die Leser, für die Peichl Medien erlebbar machen will: in Form eines zweiwöchigen Festivals, vergleichbar mit der lit.Cologne. Warum aber musste es soweit kommen, dass die bewährte Verleihung der Lead Awards dauerhaft gefährdet ist? Der Grund ist profan und hat wenig überraschend mit Geld zu tun. Die Bereitschaft der Häuser sinkt, ausgerechnet jene Leistungsschau zu finanzieren, mit der sie sich von ihrer besten Seite präsentieren könnten.

Das wirkt einigermaßen kurios, erst recht, wenn man weiß, um welche Summe es geht: rund 300.000 Euro. Der größte Teil davon wird für die Arbeit der Jury benötigt, die sich an fünf Tagen im Jahr zu fünf Sitzungen trifft. Der Rest fließt in die Organisation der mehrwöchigen Ausstellung sowie in die Preisvergabe selbst. Einen Großteil des Betrags steuert ohnehin die Stadt Hamburg bei, die sich auf diese Weise trotz aller Umzüge von Verlagen, Agenturen und Dienstleistern nach Berlin als Medienstandort zu inszenieren weiß. Die Verlage dagegen scheinen sich des Wertes dieser Veranstaltung nicht mehr ausreichend bewusst zu sein.

Die Älteren behaupten, früher sei aus den Medienhäusern tatsächlich Bares an die Lead Academy geflossen. Inzwischen stellen ihr die Verlage lediglich Anzeigenraum zur Verfügung, den sie dann in Eigenregie vermarkten darf. Doch auch damit gehen die Häuser immer restriktiver um. Zunächst halfen noch die Einnahmen aus der begleitenden Ausstellung, deren Besucherzahl stetig wächst. Doch in diesem Jahr war die Schwelle erreicht. Die bisherige Form der Preisverleihung war nicht mehr zu halten. Mehr als ein "Private Dinner" mit integrierter "Award Ceremony" war nicht drin. Das wirft kein gutes Licht auf die Medienhäuser. Die Leistungen der Gewinner schmälert das nicht.

Die Preisträger im Überblick

Mit vier Goldmedaillen führt das "SZ Magazin" das Ranking in diesem Jahr an und wurde entsprechend zum Lead Magazin des Jahres gekürt. Lead Zeitung des Jahres ist die Berliner Boulevardzeitung "B.Z." mit zwei goldenen Auszeichnungen. Die meisten Medaillen, insgesamt acht, erhielt das "Zeit Magazin". Bei den Webmagazinen setzte sich "FAZ.net" durch. Newcomer des Jahres ist "Block", das Essay- und Reportagemagazin von Herausgeberin Theresia Enzensberger.

Markus Peichls Gesamturteil: "Früher war die Qualität mau, aber die Auflagen waren hoch. Heute ist die Qualität deutlich besser, aber die Verkäufe sinken. Einmal mehr der Beweis, dass das Internet vieles auf den Kopf stellt."
  • Das "SZ Magazin" ist das "Leadmagazin des Jahres"
    Das "SZ Magazin" ist das "Leadmagazin des Jahres"
  • Auch das Cover des Jahres lieferte das "SZ Magazin"
    Auch das Cover des Jahres lieferte das "SZ Magazin"
  • Der Beitrag des Jahres "Ohne ihn" erschien dagegen im "Zeit Magazin"
    Der Beitrag des Jahres "Ohne ihn" erschien dagegen im "Zeit Magazin"
  • Die Illustatuion des Jahres "Hang zum Malen" stammt hingegen wiederum aus dem "SZ Magazin"
    Die Illustatuion des Jahres "Hang zum Malen" stammt hingegen wiederum aus dem "SZ Magazin"
  • Leadzeitung des Jahres ist die "B.Z."
    Leadzeitung des Jahres ist die "B.Z."
  • Auch der Beitrag des Jahres kommt von der Berliner Boulevardzeitung
    Auch der Beitrag des Jahres kommt von der Berliner Boulevardzeitung
  • Für die Illustration des Jahres wurde die Rubrik Causa des "Tagesspiegel" ausgezeichnet
    Für die Illustration des Jahres wurde die Rubrik Causa des "Tagesspiegel" ausgezeichnet
  • Webmagazin des Jahres ist FAZ.net
    Webmagazin des Jahres ist FAZ.net
  • Independent des Jahres ist Carta
    Independent des Jahres ist Carta
  • Als Webfeature des Jahres wurden die "Panama Papers" der SZ ausgezeichnet
    Als Webfeature des Jahres wurden die "Panama Papers" der SZ ausgezeichnet
  • Das Foto des Jahres ist nach Ansicht der Jury das Bild des toten Flüchtlingsjungen Alan am Strand von Bodrum von Nilüfer Demir
    Das Foto des Jahres ist nach Ansicht der Jury das Bild des toten Flüchtlingsjungen Alan am Strand von Bodrum von Nilüfer Demir (Bild: Nilüfer Demir)
  • Das beste Porträtfoto ist von Olaf Unverzart und erschien im "Zeit Magazin"
    Das beste Porträtfoto ist von Olaf Unverzart und erschien im "Zeit Magazin" (Bild: Olaf Unverzart)
  • Gold für das beste Reportagefoto geht an Philip Montgomery. Das Foto erschien in "39Null"
    Gold für das beste Reportagefoto geht an Philip Montgomery. Das Foto erschien in "39Null" (Bild: Philip Montgomery)
  • Gold für das beste Still-Life-Foto geht an "Auf engstem Raum" von Rudolf Klaffenböck, erschienen im "SZ Magazin"
    Gold für das beste Still-Life-Foto geht an "Auf engstem Raum" von Rudolf Klaffenböck, erschienen im "SZ Magazin" (Bild: Rudolf Klaffenböck)
  • Das beste Modefoto stammt von Ralf Schmerberg und erschien in "o32c"
    Das beste Modefoto stammt von Ralf Schmerberg und erschien in "o32c" (Bild: Ralf Schmerberg)
  • Creative Leader des Jahres ist Armin Jochum von Thjnk
    Creative Leader des Jahres ist Armin Jochum von Thjnk
  • Die Kampagne des Jahres ist für die Lead Academy die Arbeit "Neue Nähe" von Kolle Rebbe für die Aktion Mensch
    Die Kampagne des Jahres ist für die Lead Academy die Arbeit "Neue Nähe" von Kolle Rebbe für die Aktion Mensch

Die Liste der Gewinner der Lead Awards 2016

HAUPTKATEGORIE FOTOGRAFIE

Architektur- und Still-Life-Fotografie des Jahres

Gold: „SZ-Magazin“ Nr. 02/2016, Auf engstem Raum, Rudolf Klaffenböck

Silber: „Zeit Magazin“ Nr. 01/2016 bis 20/2016, Cattelan & Ferrari, Maurizio Cattelan und Pierpaolo Ferrari

Bronze: „Zeit Magazin“ Nr. 32/2015, Kunststückchen, Christoph Niemann

 

Foto des Jahres

Gold: „Focus“ Nr. 37/2015, Spiegel Nr. 37/2015 und Stern Nr. 38/2015, In den Tod getrieben: Der Flüchtlingsjunge Alan am Strand von Bodrum, Nilüfer Demir

Silber: „Gala“ Nr. 01/2016, „Stern“ Nr. 53/2015 und „View“ Nr. 12/2015, Gipfelgespräche: Barack Obama und Angela Merkel auf dem G7-Gipfel in Elmau, Michael Kappeler

Bronze: „Stern“ Nr. 49/2015, Hoffnung 201: Ein kleiner Junge tröstet seinen Vater auf der Flucht von Pakistan nach Europa, Georgi Licovski

 

Porträtfotografie des Jahres

Gold: „Zeit Magazin“ Nr. 10/2016, Das 100. Jahr mit meiner Oma, Olaf Unverzart

Silber: „Spiegel“ Nr. 17/2016 und Zeit Magazin Nr. 34/2015, Das Leben nach der Hölle, Andy Spyra

Bronze: “Vice” Nr. 07/2015, Henry My Neighbour, Mariken Wessels

 

Mood- und Modefotografie des Jahres

Gold: “032c” Nr. 30/2016, An innocent mind has no fear, Ralf Schmerberg

Silber: „Zeit Magazin“ Nr. 07/2016, Ich ernähre mich von Schönheit, Collier Schorr

Bronze: „Tush“ Nr. 02/2015, Portrait D‘Egon Schiele, Misty Pollen

 

Reportagefotografie des Jahres

Gold: „39Null” 04/2016, Flash Points, Philip Montgomery

Silber: Dummy Nr. 50/2016, Ihr habt sie doch nicht alle, Stacy Kranitz

Bronze: „Stern“ Nr. 53/2015, Exodus, Nikos Pilos sowie„Zeit Magazin“ Nr. 15/2016, Reise nach Jerusalem, Daniel Josefsohn

 

HAUPTKATEGORIE ZEITSCHRIFTEN

Beitrag des Jahres

Gold: „Zeit Magazin“: Ohne ihn

Silber: „Vice“: Fotowünsche aus der Isolationshaft

Bronze: „SZ-Magazin“:  Der NSU-Prozess. Das Protokoll des dritten Jahres

 

Cover des Jahres

Gold: „SZ-Magazin“, Ordnung muss sein

Silber: „Titanic“,  Arbeitsscheu und handygeil: Ist mein Kind ein Flüchtling?

Bronze: Reportagen, Coverkonzept

 

Illustration des Jahres

Gold: „SZ-Magazin“ Nr. 04/2016, Hang zum Malen, Heinz Vielkind

Silber: „Titanic“ Nr. 04/2015 bis 05/2016, Malerei, Rudi Hurzlmeier

Bronze: „Kultur & Gespenster“ Nr. 17/2016, Die Lust und die Notwendigkeit, Henrik Schrat und „Zeit Magazin“ Nr. 19/2016, Ganz normal woanders, Christoph Niemann

 

Leadmagazin des Jahres

Gold: „SZ-Magazin“

Silber: „Vice“

Bronze: „Spex“

 

HAUPTKATEGORIE ZEITUNGEN

Beitrag des Jahres

Gold: „B.Z.“ , Boatengs Nachbarn

Silber: „Die Zeit“, Z - Zeit zum Entdecken

Bronze: „Kölner Stadt-Anzeiger“, Kölner Botschaft, Manifest zu den Übergriffen in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof und„Süddeutsche Zeitung“, Panama Papers

 

Illustration des Jahres

Gold: „Tagesspiegel“, Causa, Lea Brousse und Raban Ruddigkeit

Silber: „Die Zeit“, Nr. 40/2015, Wie ich Deutscher wurde / Wie man Deutscher wird, Uli Knörzer, Jelka Lerche und Claudia Füßler

Bronze: „Die Zeit“ Nr. 46/2015 bis 27/2016, Rubrik Z, Tina Berning

 

Leadzeitung des Jahres

Gold: „B.Z.“

Silber: „Handelsblatt“

Bronze: „taz“

 

HAUPTKATEGORIE WERBUNG

Kampagne des Jahres

Gold: Aktion Mensch, Neue Nähe, Kolle Rebbe

Silber: Hornbach, Du lebst. Erinnerst Du Dich?, Heimat

Bronze: Smart, Schock, BBDO Berlin

 

Creative Leader des Jahres

Gold: Armin Jochum, Thjnk, für die Kampagnen von ARD, Ikea, Bild, McDonalds, Mercedes, Audi, Der Spiegel

 

HAUPTKATEGORIE ONLINE

Webmagazin des Jahres

Gold: faz.net, FAZ

Silber: Wired, Condé Nast

Bronze: Bento, Spiegel Verlag

 

HAUPTKATEGORIE ONLINE

Independent des Jahres

Gold: Carta

Silber: „Postillon“

Bronze: Correctiv

 

Webfeature des Jahres

Gold: Panama Papers, „Süddeutsche Zeitung“

Silber: Flüchtlinge in Berlin, „Berliner Morgenpost“

Bronze: Die große Flucht, „Süddeutsche Zeitung“

 

HAUPTKATEGORIE ONLINE

Start up des Jahres

Gold: Ankommen (App), Goethe-Institut, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und ARD alpha

Silber: Kitchen Stories, AJNS New Media

Bronze: FoodBoom

 Sämtliche Nominierten und Preisträger werden bis zum 30. Oktober 2016 in der Ausstellung "Visual Leader 2016" in den Hamburger Deichtorhallen/Haus der Fotografie präsentiert.

Meist gelesen
stats