Lead Awards 2015 „SZ“ führt Zeitungs-Shortlist an / „Gattung erfindet sich neu“

Mittwoch, 23. September 2015
Markus Peichl, Präsident der Lead Academy
Markus Peichl, Präsident der Lead Academy
Foto: Lead Academy

Noch mehr Trommelwirbel als in den Jahren zuvor veranstaltet die Lead Academy um ihre renommierten Medien- und Kreativpreise "Lead Awards". Am Dienstag dieser Woche gab die Organisation schon mal die Nominierten für die drei Kategorien Zeitung – großer Favorit: "Süddeutsche Zeitung" –, Werbung und "Creative Leader des Jahres" bekannt. Und weiter? Bitte Geduld, die Lead Academy dehnt den Spannungsbogen gar noch bis zum 29. Oktober.

Erst dann werden bei der Verleihung in den Hamburger Deichtorhallen die Gold-Gewinner bekannt gegeben. Zuvor, Mitte Oktober, will man verraten, welche Nominierten die Jury für eine Medaille vorsieht. Und an diesem Donnerstag kommuniziert die Lead Academy die Shortlist für Magazine und Online. Nun also Teil I der Zeremonie: Die Nominierten in den Kategorien Zeitung, Werbung und Kreativ-Persönlichkeit (vollständige Liste siehe hier).

Lead Awards 2015: Die Nominierten(pdf)



Bei den Zeitungen liegt die „Süddeutsche“ mit vier Nominierungen vor dem „Tagesspiegel“, der „B.Z.“, der „Bild am Sonntag“, der „Welt am Sonntag“ und dem „Kölner Stadtanzeiger“, die jeweils auf drei Nominierungen kommen. Gefolgt werden sie mit je zwei Nominierungen von der „Zeit“, dem „Hamburger Abendblatt“, dem „Neuen Deutschland“ und „Bild“.

Die „SZ“ punktete insbesondere mit Rubriken aus der Wochenendausgabe sowie mit ihrer Sonderbeilage zur Robert-Frank-Ausstellung. Die „B.Z.“ beeindruckte unter anderem mit einer Sonderbeilage auf Arabisch für ankommende Flüchtlinge. „Wir haben seit Jahren nicht mehr so viele herausragende, fantasievolle und qualitativ hochwertige Leistungen gesehen wie in diesem Jahr“, sagt Markus Peichl, Vorsitzender der Lead Academy: „Insbesondere bei den Zeitungen hat man das Gefühl: Hier erfindet sich eine Gattung noch einmal neu.“

Auf den Titel „Zeitung des Jahres“ können vier Blätter hoffen: Die „B.Z.“, weil sie „mit großer blattmacherischer Leidenschaft heiße Eisen anpackt und dabei immer wieder moralische Anliegen an Leser heranbringt, denen man nachsagt, für Moral nicht besonders empfänglich zu sein“. Der „Tagesspiegel“, weil er „kontinuierlich ein herausragendes, im besten Sinne zeitgemäßes Qualitätsblatt macht“. Die „SZ“ für „blitzsauberen, anspruchsvollen Journalismus“ und für ihre neue Wochenendausgabe, mit der sie Anschluss an die moderne Zeitungspublizistik gefunden habe. Und das „Neue Deutschland“, weil es gelungen sei, „ein völlig verstaubtes und fast schon totgeglaubtes Blatt mit neuem Leben zu füllen“.

Und in der Kategorie Werbung? „Das war mit Sicherheit der beste Kampagnen- und Kreativjahrgang, den wir seit langem vorliegen hatten“, so Peichl. „Vor allem fällt auf, dass die Werbe- und Kommunikationsbranche langsam aber sicher die Möglichkeiten des Internets und des digitalen Zeitalters antizipiert. Früher wurde da viel Humbug, viel L’art-pour-l’art, viel unnötiger und bemühter Quatsch gemacht. Jetzt werden die neuen interaktiven und partizipativen Kommunikationsmittel endlich mit viel mehr Selbstverständlichkeit genutzt.“
„Das war mit Sicherheit der beste Kampagnen- und Kreativjahrgang, den wir seit langem vorliegen hatten.“
Markus Peichl
Drei Männer dürfen auf den Titel „Creative Leader“ spekulieren: Ralf Heuel (Grabarz & Partner), weil er den Generationswechsel gemeistert habe und mit Aktionen wie „Rechts gegen Rechts“ laufend für durchschlagende Ideen sorge. Armin Jochum, weil er dazu beigetragen habe, Thjnk in „atemberaubendem Tempo“ zur „absoluten Top-Agentur“ aufzubauen. Und Oliver Voss, weil er seit Jahren zu den kreativsten Köpfen des Landes zähle.

Alle nominierten Arbeiten werden vom 25. September bis 9. November in den Hamburger Deichtorhallen gezeigt. Die Ausstellung findet zum 13. Mal statt und zählt nach Angaben der Veranstalter mit rund 40.000 Besuchern zu den meistbesuchten Schauen dieser Art in Europa. Über die Arbeiten in allen Kategorien – Einreichungen sind hier nicht möglich – jurierten in diesem Jahr insgesamt 122 Experten aus der Kommunikations- und Medienbranche. rp

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