LeFloid vs. Angela Merkel So interviewte der Youtube-Star die Kanzlerin

Montag, 13. Juli 2015
Florian Mundt alias LeFloid beim Interview mit Angela Merkel
Florian Mundt alias LeFloid beim Interview mit Angela Merkel
Foto: Screenshot Youtube / LeFloid

Rekordabrufe dürften garantiert sein: Youtuber LeFloid alias Florian Mundt hat sein mit Spannung erwartetes Interview mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf seinem Kanal hochgeladen. In dem bereits am Freitag geführten Interview befragte LeFloid die Politikerin zu Themen wie gleichgeschlechtlicher Ehe, dem Freihandelsabkommen oder die Arbeit der Geheimdienste.
Eine halbe Stunde hatte sich die Kanzlerin für die Fragerunde Zeit genommen. Auf Mundts Eingangsfrage, warum sie sich nun ausgerechnet mit einem Youtuber unterhalte, antwortete sie: "Bei diesem Format sehe ich ein gute Chance, dass auch viele Jüngere etwas mitkriegen." Diese Zielgruppe war es auch, von der LeFloid in den vergangenen Tagen Fragen für das Interview gesammelt hatte. Besonders häufig sei dabei die Frage nach der so genannten Homo-Ehe aufgetaucht. Gleich zu Beginn des Gesprächs fragte Mundt daher, warum Merkel der gleichgeschlechtlichen Ehe so ablehnend gegenüberstehe. "Für mich ist Ehe das Zusammenleben von Mann und Frau", so Antwort der Kanzlerin, von der sie auch nach mehrmaliger Nachfrage nicht abwich.
Das Interview behandelte im Folgenden eine bunte Palette aktueller (politischer) Themen, wie etwa die Bedeutung des Internets (Merkel: "Ich habe die Sorge, dass das Internet dazu verleitet, alles rauszulassen, was an negativen Gefühlen in einem ist."), Geheimdienste (Frage: "Würden Sie Edward Snowden anders behandeln, wenn er Russe wäre?" Antwort: "Nö."), das Zentralabitur, das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP oder die Legalisierung von Cannabis.

Und dann war das mit großer Spannung erwartete Gespräch auch schon zuende. Die Frage, inwieweit das halbstündige Interview nun für Erkenntnisgewinn sorgte, dürfte in den folgenden Stunden in den sozialen Netzwerken wie in den klassischen Medien fleißig diskutiert werden (Dazu mehr am Dienstag auf HORIZONT Online!).

Bereits seit vergangenem Dienstag, als LeFloid das Interview erstmals auf seinem Youtube-Channel ankündigte, konnten seine Fans unter dem Hashtag #NetzFragtMerkel ihre Fragen an die Bundeskanzlerin stellen. Bis zum Dienstagmorgen wurde LeFloids Interview-Ankündigung bereits mehr als 12.000 Mal kommentiert. Einige davon greift der Youtuber in dem Gespräch mit Merkel auf.

Dem Verdacht, das Interview könnte von hinten bis vorne abgesprochen sein, schob Regierungssprecherin Christiane Wirtz bereits am Samstag einen Riegel vor: "Dem ist nicht so", sagte sie in einem auf der Facebook-Seite der Bundesregierung veröffentlichten Video. Und auch LeFloid bekräftigte am Ende des Gesprächs noch einmal: Alles echt.

Anlass des Interviews sei übrigens die Initiative der Bundesregierung "Gut leben" gewesen, wie Wirtz weiter ausführte. Damit will die Bundesregierung in Dialog mit Bürgern Deutschlands treten - und auf diese Weise wohl ein Gefühl für die Stimmung im Volk bekommen. Entsprechend kam die Initiative gerade zu Beginn des LeFloid-Interviews recht häufig zur Sprache.

Gerade LeFloid dürfte ein idealer Transporteur dieser Idee sein: Sein Kanal hat über 2,6 Millionen Abonnenten. Zweimal in der Woche veröffentlicht er dort Videos, in denen er Nachrichten präsentiert und kommentiert. Unter dem Motto "Action News. Aber hart!" behandelt er dabei politisches Weltgeschehen, Wissenschaft, Schule, Kuriositäten und Popkultur. ire
Meist gelesen
stats