"Le Monde" Französische Medien wollen keine Fotos von Terroristen mehr zeigen

Mittwoch, 27. Juli 2016
"Le Monde", hier die Website der Zeitung, verzichtet auf die Abbildung von Terroristen
"Le Monde", hier die Website der Zeitung, verzichtet auf die Abbildung von Terroristen
Foto: Screenshot Lemonde.fr
Themenseiten zu diesem Artikel:

Le Monde Terroranschlag Jérôme Fenoglio München


Nach den jüngsten Terroranschlägen in Frankreich verzichten französische Medien bewusst auf Bilder von den Attentätern. Man wolle damit eine "posthume Glorifikation" der Attentäter verhindern, schrieb der Chefredakteur der Tageszeitung "Le Monde", Jérôme Fenoglio, am Mittwoch in einem Leitartikel.
Der Nachrichtensender BFMTV schloss sich dem an: "Wir wollen kein Terroristen-Album erstellen", heißt es in einem Artikel auf der Internetseite. Insbesondere Fotos, auf denen die Täter lachten, seien unangebracht neben den Bildern der Opfer. Eine tiefgründige Berichterstattung über das Profil und den Werdegang der Täter verhindere dies nicht. "Le Monde"-Chef Fenoglio forderte zudem zu einer weiteren Debatte über die Terror-Berichterstattung auf. Dies sei unerlässlich, um die "Strategie des Hasses" der Terroristen zu zerbrechen. Auch in Deutschland wird derzeit über die Berichterstattung über die Tat in München und die Anschläge von Würzburg und Ansbach diskutiert. Dabei steht die Frage im Raum, ob die Medien mit ihrer intensiven Berichterstattung Gewalttaten begünstigen oder mögliche Nachahmer ermutigen. Aber auch die konkrete Berichterstattung insbesondere über die Ereignisse in München wurde von vielen Zuschauern als unangemessen empfunden. dpa/dh
Meist gelesen
stats