"Lassen Sie uns den Quatsch beenden" Wie Slomka und Gabriel im "Heute Journal" aneinander geraten

Freitag, 29. November 2013
-
-


Oha, da ging es zur Sache: Eigentlich wollte "Heute-Journal"-Moderatorin Marietta Slomka SPD-Chef Sigmar Gabriel zum bevorstehenden Entscheid der Parteimitglieder über den Koalitionsvertrag befragen. Doch aus dem Interview entwickelte sich ein teilweise heftiges Wortgefecht.
Schon der Beginn des Gesprächs ließ eine gewisse Grundverstimmung erahnen. So wollte Slomka auf der Mitgliederversammlung in Hofheim, wo Gabriel am Abend zugegen gewesen war, "einigen Gegenwind" wahrgenommen haben. "Dann müssen Sie hier eben nicht zugehört haben", entgegnet Gabriel süffisant. Und so schaukelte sich die Stimmung zwischen den Interviewpartnern immer weiter hoch. So antwortete Gabriel auf Slomkas Frage, ob er verfassungsrechtliche Bedenken bezüglich des Mitgliederentscheids habe mit "Nein, weil es ja auch Blödsinn ist."

Während sich Gabriel energisch gegen Slomkas Bemerkung wehrt, die SPD-Basis habe ja nun viel mehr Einfluss als die Masse der Wahlberechtigten in Deutschland, kann man hören, wie die Moderatorin im Hintergrund ächzend zum Einspruch anhebt - doch Gabriel ist nicht zu bremsen, Slomka hingegen beharrt darauf, dass der Mitgliederentscheid verfassungsrechtlich bedenklich sei. "Lassen Sie uns den Quatsch beenden", gibt sich der SPD-Chef schließlich reichlich dünnhäutig. Im Folgenden fallen sich die beiden Streithähne merhrfach ins Wort - Gabriel äußert gar den Vorwurf, es sei nicht das erste Mal, dass Slomka einem Sozialdemokraten das Wort im Mund umdrehen wolle.

Das Streitgespräch fand ein großes Publikum: Insgesamt verfolgten 4,33 Millionen Menschen das "Heute Journal". In den Medien und auf Twitter wird heute morgen folglich fleißig über das hitzige Interview diskutiert. Ulrich Exner etwa urteilt auf "Welt Online", Slomka habe "keine sonderlich gute Figur" abgegeben, weil sie zu sehr die "moralinsaure Rechthaberin" gegeben habe. Bei Gabriel registrieren die Kommentatoren eine für den gemütlichen SPD-Chef eher ungewöhnliche Gereiztheit - so habe er "sofort auf Krawall" geschaltet, heißt es etwa bei Bild.de. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte - so sieht es auch das ZDF:


ire
Meist gelesen
stats