Kritik an Trump George W. Bush nimmt freie Presse in Schutz

Dienstag, 28. Februar 2017
George W. Bush im Interview mit NBC News
George W. Bush im Interview mit NBC News
Foto: Screenshot Youtube

Eigentlich äußern sich ehemalige US-Präsidenten nicht zur Politik ihrer Nachfolger. In zwei Interviews hat George W. Bush nun allerdings indirekt zu dem umstrittenden Kurs seines Parteikollegen Donald Trump Stellung bezogen - und wurde dabei ungewohnt deutlich.
George W. Bush hatte während seiner Zeit als US-Präsident auch kein ganz einfaches Verhältnis zu den Medien - allerdings ist er sich ihrer Rolle für eine funktionierende Demokratie sehr bewusst. "Wir brauchen unabhängige Medien, um Leute wie mich zur Verantwortung zu ziehen. Macht kann sehr süchtig machen. Und sie kann zerstörerisch sein", mahnte Bush in einem Interview mit dem Sender NBC. Auch in Bezug auf die Außenpolitik sei es nicht ratsam, die Presse im eigenen Land zu kritisieren: "Es ist ziemlich schwierig, anderen zu sagen, sie brauchten eine unabhängige, freie Presse, wenn wir selbst nicht bereit sind, eine solche zu akzeptieren."
Donald Trump befindet sich seiner Meinung nach in einem "Krieg" mit den Medien. Kritische Journalisten seien "Feinde des amerkanischen Volkes". Der Pressechef des Weißen Hauses, Sean Spicer, hat erst kürzlich einige unliebsame Medien von einem informellen Treffen im Weißen Haus ausgeschlossen, Trump selbst seine Teilnahme am traditionellen Pressedinner abgesagt.

In einem anderen Interview mit dem US-Magazin "People" kritisierte Bush, der von 2001 bis 2009 Präsident war, auch andere Aspekte von Trumps Amtsführung: "Ich mag den Rassismus und die Beschimpfungen nicht. Und ich mag es nicht, wenn das Volk sich entfremdet fühlt", sagte der 70-Jährige in dem Interview.
Bush reiht sich damit in die Riege der prominenten Kritiker von Donald Trump ein. Der US-Starinvestor Warren Buffet äußert sich im Jahresbericht seiner Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway ebenfalls besorgt über die rigorose Einwanderungspolitik des amtierenden Präsidenten. Die Stärke Amerikas beruhe auf der Kombination aus "großem Einfallsreichtum, dem Marktsystem, einer Flut an talentierten und ehrgeizigen Immigranten sowie die Rechtstaatlichkeit", schrieb Buffet in dem Bericht an die Aktionäre. Auch zahlreiche führende Köpfe des Silicon Valley hatten jüngst Kritik an den Einreisebeschränkungen für sieben mehrheitlich muslimische Länder geübt. dh
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