Krim-Krise Süddeutscher Verlag kippt Beilage "Russland heute"

Freitag, 14. März 2014
Der Webauftritt von "Russland Heute" (Bild: Screenshot)
Der Webauftritt von "Russland Heute" (Bild: Screenshot)


Nach Kritik an dem monatlichen Magazin "Russland Heute" hat sich der Süddeutsche Verlag entschieden, das aktuelle Heft nicht der "Süddeutschen Zeitung" beizulegen. Grund dafür ist laut "taz", dass die Redaktion den Verlag gebeten hat, das Magazin bis auf weiteres nicht zu verbreiten. Die Berichterstattung zwischen pro-russischen und Russland-kritischen Medien unterscheidet sich derzeit deutlich. Während westliche Medien die Abspaltung der Krim und den Beitritt zur Russischen Föderation als völkerrechtswidrig bewerten, stellen pro-russische Medien das Handeln Russlands als politische Hilfsaktion für die Ukraine dar. "Wir wissen, dass es ,Russland Heute' darum geht, ein positives Russlandbild zu vermitteln. Das halten wir zu einem Zeitpunkt, wo Russland Soldaten und Panzer auf die Krim schickt, grundsätzlich für nicht richtig", begründet der stellvertretende "SZ"-Chefredakteur Wolfgang Krach die Entscheidung in der "taz".

Jekaterina Iwanowa, Chefredakteurin von "Russland Heute", hofft, dass die monatliche Beilage, die vom russischen Staat finanziert wird und Teil einer Imagekampagne der russischen Regierung ist, zu einem anderen Zeitpunkt erscheint, und betont: "Wir liefern ausgewogene Berichterstattung mit russlandspezifischen Themen, die in den deutschen Medien oftmals übersehen werden."

"Russland Heute" war in die Diskussion geraten, nachdem Zeit Online-Chefredakteur Jochen Wegner die Zusammenarbeit mit dem freien Journalisten Moritz Gathmann beendet hatte. Gathmann hatte unter anderem für "Russland Heute" geschrieben.

Die "SZ" betont, dass es sich nicht um eine Verlagsbeilage handelt, sondern dass diese vom Kunden gestaltet werde. "Russland Heute" liegt auch Zeitungen in anderen Ländern bei, zum Beispiel der "New York Times" und "El Pais". pap
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