Krautreporter vor dem Endspurt "Noch überhaupt nicht hoffnungslos"

Mittwoch, 04. Juni 2014
28 Köpfe umfasst das Team - darunter Richard Gutjahr und Stefan Niggemeier (Foto: Krautreporter)
28 Köpfe umfasst das Team - darunter Richard Gutjahr und Stefan Niggemeier (Foto: Krautreporter)
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Krautreporter Sebastian Esser Crowdfunding


Rund 6700 Unterstützer sind gefunden, fehlen noch knapp 8300: Neun Tage bleiben dem Online-Magazin "Krautreporter", um per Crowdfunding insgesamt 900.000 Euro einzusammeln - eine schwierige Aufgabe für das 28-köpfige Team um Chefredakteur Alexander von Streit und die Gründer Philipp Schwörbel und Sebastian Esser. Letzterer gibt im Gespräch mit HORIZONT.NET Fehler zu, zeigt sich aber weiter zuversichtlich - und kündigt für die finale Woche einen Endspurt an.
Herausgeber und Gründer Sebastian Esser (Fotos: Krautreporter)
Herausgeber und Gründer Sebastian Esser (Fotos: Krautreporter)
Herr Esser, nur noch gut eine Woche bleibt und nicht einmal die Hälfte an Unterstützern ist beisammen - Grund zur Sorge für "Krautreporter"? Die Hälfte der 900.000 Euro haben wir fast geknackt. Wir sind noch überhaupt nicht hoffnungslos und ich sehe weiter gute Chancen für das Projekt. Erfahrungsgemäß entwickelt die letzte Kampagnenwoche noch einmal eine ganz eigene Dynamik. Nach dem Anfangshype, der zugegeben bei uns gerne noch ein bisschen größer hätte ausfallen können, kommt immer das sogenannte "Tal des Todes" - das ist ein typischer Verlauf für Crowdfunding-Projekte.

Wie wollen Sie denn das Ruder noch herumreißen?

Wir werden alle bisherigen Mitglieder auf ein großes Fest einladen, wir nennen das "Krautreporter Live" - vermutlich wird es am Dienstag stattfinden. Auch dort wollen wir versuchen, jeden zu aktivieren und noch einmal zu motivieren, die Idee weiterzutragen. Außerdem wird es eine weitere Kommunikationsoffensive geben, von der ich noch nicht so viel verraten möchte.

Hat "Krautreporter" es geschafft, auch Leute außerhalb der Medienblase zu erreichen?

Der Eindruck, dass uns nur andere Journalisten und Medienmenschen unterstützen, trügt. Das hat man auch immer schon auf unserer "Krautreporter"-Plattform gesehen. Wir haben jetzt noch keine aktuellen Daten zu den Unterstützern, aber wir bekommen auch viel Rückmeldung von außerhalb der Bubble. Der allergrößte Teil unserer Mitglieder findet einfach die Idee interessant.

Vor allem zu Beginn der Kampagne gab es einige Kritik - etwa an der ungleichen Zusammensetzung der Autoren oder der Zahlungsmöglichkeit. Müssen Sie sich auch Fehler eingestehen?

Wir haben viele Fehler gemacht, absolut. Anfangs haben wir etwa zu sehr die Journalisten kommuniziert, aber wir sind ja keine Marketingexperten. Die Infrastruktur, die ein Verlag besitzt, etwa beim Marketing oder Vertrieb, fehlt uns einfach. Da hätten wir uns mehr Unterstützung holen müssen, was wir dann auch getan haben. Außerdem haben wir überschätzt, wie viele Menschen eine Kreditkarte haben. Es war vorher klar, dass wir Einiges über uns ergehen lassen müssen. Aber größtenteils betraf die Kritik Detailfragen und es wäre sehr schade, wenn uns das letztlich die ganze Geschichte verdirbt. fam
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