"Kopfgeld" Wie Hustler-Verleger Larry Flynt Donald Trump abservieren will

Montag, 16. Oktober 2017
Larry Flynt legt sich mit Donald Trump an
Larry Flynt legt sich mit Donald Trump an
© Wikimedia

Donald Trump und die Medien werden wohl keine Freunde mehr. Mit seriösen Medienmarken wie der "New York Times" und CNN schlägt sich der amtierende US-Präsident bereits seit seiner Vereidigung herum. Jetzt steigt auch das Erotikmagazin "Hustler" in Gestalt seines Verlegers Larry Flynt mit Trump in den Ring. Auf einer ganzseitigen Anzeige bittet Flynt die US-Bürger um kompromittierende Informationen über den amerikanischen Präsidenten. Falls diese zur Amtsenthebung Trumps führen, winken dem Informanten satte zehn Millionen Dollar.
"10 Millionen Dollar für Informationen, die zur Amtsenthebung von Donald J. Trump führen", ist die ganzseitige Anzeige überschrieben, die am Sonntag in der "Washington Post" veröffentlicht wurde. In dem sehr ausführlichen Begleittext liefert Flynt eine ganze Reihe von Argumenten für das von ihm angestrebte Impeachment-Verfahren. Dieses sei zwar eine ziemlich chaotische Angelegenheit, doch immer noch besser als drei weitere Trump. 
Diese Anzeige erschien unter anderem in der "Washington Post"
Diese Anzeige erschien unter anderem in der "Washington Post" (Bild: dfv)
Dem wirft der "Hustler"-Herausgeber unter anderem vor, mit einer feindlichen ausländischen Macht (hier ist ohne Zweifel Russland gemeint) gemeinsame Sache gemacht und den Wahlkampf zu seinen Gunsten beeinflusst zu haben. Zudem wirft Flynt Trump vor, bei den Krawallen in Charlottesville Neonazis unterstützt und zentrale Posten mit unqualifiziertem Personal besetzt zu haben. Dass Trump, den er in dem Anzeigentext als notorischen Lügner und Ignoranten beschreibt, den Austritt der USA aus dem Klimaschutzabkommen initiierte, sei nicht weniger als ein Amtsvergehen. "Aber am besorgniserregendsten ist es, dass – lange bevor die Klima-Apokalypse zuschlägt – Trump womöglich einen Atomkrieg auslöst", schreibt Flynt. 

Dass Flynt mit einer Art Kopfgeld versucht, sich in die Politik einzumischen, passiert offenbar nicht zum ersten Mal. Nach eigenen Angaben hat er schon einmal Millionen Dollar als Belohnung ausgesetzt, um die Karrieren zweier republikanischer Politiker zu beenden. Angesichts der derzeitigen Krise habe er den Einsatz aber erhöht. Zwar gehe er nicht davon aus, dass Trumps Unterstützer ihn verraten würden. "Aber ich bin fest davon überzeugt, dass es viele Leute gibt, die wissen, für wen zehn Millionen Dollar eine Menge Geld sind", so Flynt. Er garantiere, dass er die angebotene Summe auch vollständig zahlen werde. mas
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