Kooperation mit Gutefrage.net Wie SpotX im deutschen Programmatic-Video-Markt angreifen will

Donnerstag, 30. März 2017
Stefan Beckmann ist Geschäftsführer DACH von SpotXchange
Stefan Beckmann ist Geschäftsführer DACH von SpotXchange
Foto: SpotXchange

Die vor zwei Jahren in Deutschland gestartete Technologieplattform SpotX will weiter wachsen. Mittlerweile zählt der Videospezialist, der programmatische Buchungen möglich macht, 70 Publisher, die ihre Inhalte über die Sell Side Platform vertreiben, darunter IP Deutschland, Discovery Networks, Gruner + Jahr und Vice. Ein weiterer großer Neukunde ist die Holtzbrinck-Digital-Tochter Gutefrage.net. Deutschlands größte Frage-Antwort-Plattform kooperiert bei programmatischer Out-Stream-Videowerbung mit dem US-Spezialisten, der seit 2014 zur RTL Group gehört.

Stefan Beckmann, Managing Director DACH von SpotX, sieht Programmatic auf dem Vormarsch; die anfänglichen Berührungsängste der deutschen Publisher sind weitgehend vorbei. Und auch auf Kundenseite gibt es mehr Interesse an dem Thema. "Es gibt einen klaren Trend, dass die Werbungtreibenden das Thema Programmatic ins eigene Haus holen", sagt er im Gespräch mit HORIZONT. SpotX beschäftigt an den Standorten Hamburg und Berlin derzeit zehn Mitarbeiter, bis Jahresende sollen es bis zu 15 sein.

Einen deutlichen Schub für Programmatic bei Videoinhalten erwartet Beckmann durch die steigende Digitalisierung der Übertragungswege sowie die Vernetzung unterschiedlicher Ausspielkanäle bis hin zu Mobile. Mit dem Anschluss internetfähiger Fernseher will SpotX es auch in die Werbeblöcke im linearen TV schaffen. "Dann können wir Werbeblöcke austauschen und programmatisch befüllen", so Beckmann.

Er geht davon aus, dass vor allem kleinere Sender ein Interesse daran haben werden, ihre Werbeblöcke automatisiert auszuspielen, weil sie diese dann besser monetarisieren können als in der klassischen Reichweitenlogik, die im Moment im TV vorherrscht. "Die Kunden wollen mehr targeten und digital Werbung austauschen", erklärt Beckmann. Zudem steigt der Druck durch Amazon, Google und Facebook. Im SpotX-Heimatmarkt USA ist die Entwicklung bereits weiter: "Dort können wir uns dem Markt schon stellen."

SpotX arbeitet auch eng mit anderen, in den vergangenen Jahren zugekauften RTL-Beteiligungen zusammen, beispielsweise mit Clypd, die sich auf Programmatic im TV spezialisiert haben. Der Austausch findet im Digital Hub der RTL Group statt.

Was die Kreation betrifft, so sieht Beckmann jedoch noch Nachholbedarf. Via Programmatic können spezielle Zielgruppen mit individueller Werbung angesprochen werden. Doch häufig endet die Aussteuerung in der Mediaplanung – und allen Kontakten wird derselbe Spot gezeigt. Beckmann: "Programmatic bietet mehr, als ausgeschöpft wird." pap

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