Konzernumbau Mediengruppe Madsack führt Zentralredaktion ein

Freitag, 04. Oktober 2013
Madsack-Chef Thomas Düffert (Foto: Madsack)
Madsack-Chef Thomas Düffert (Foto: Madsack)


Alles aus einer Hand: Madsack will noch in diesem Jahr eine Zentralredaktion gründen, die die überregionalen Inhalte für alle Titel der Mediengruppe ("Hannoversche Allgemeine", "Märkische Allgemeine") erstellt. Auch in Vermarktung, Vertrieb und Logistik sollen neue Verbünde entstehen. Das kündigte die Konzerngeschäftsführung um Vorsitzenden Thomas Düffert in einer Führungskräftetagung an.
"Madsack 2018" heißt das Zukunftsprogramm, mit dem sich das Haus mit Sitz in Hannover vor allem auf die lokale und regionale Kompetenz fokussieren will. Überregionale Themen bearbeitet dementsprechend eine Zentralredaktion, von der Recherche über das Schreiben bis hin zur Produktion der Seiten, für alle Print- und Digitalpublikationen der Gruppe. "Würde sich jede unserer Regionalredaktionen auch mit allen überregionalen Themen beschäftigen, könnte sie sich nicht auf ihre jeweilige regionale und lokale Kompetenz konzentrieren", erklärt Madsack-Chef Düffert. Und die überregionale Berichterstattung werde besser, wenn man sie mit vereinten Kräften gestaltet.

Fokussieren und zentralisieren - so lautet auch im Verlagsbereich die Devise. Dazu Geschäftsführer Christoph Rüth: "Unsere Experten für Vermarktung, Vertrieb, Logistik und Dienstleistungen sollen nur einmal ans Werk gehen und das Rad nicht an jedem Standort neu erfinden." Vielmehr könnten sich letztere somit noch besser auf die regionale Marktbearbeitung konzentrieren, vor allem hinsichtlich digitaler Angebote. "Die hohen Investitionskosten werden geteilt - und vom konsequenten Ausrollen der einmal entwickelten Digitalprodukte profitieren dann alle Standorte", so Rüth weiter.

Neben dem Ausbau des Postgeschäfts und der Serviceleistungen für kleine und mittlere Unternehmen hat Düffert vor allem ein neues Selbstverständnis auf die To-Do-Liste gesetzt: "Wir sehen uns strategisch im deutschen Markt für Regionalzeitungen in einer aktiven Konsolidierer-Rolle. Unsere auf die Integration weiterer Verlage optimierten Strukturen werden es uns erlauben, in unserem Kerngeschäft der regionalen und lokalen Print- und Online-Medien weiter zu wachsen - organisch und akquisitorisch."

Dass Handeln im Verbund auch das stringente Schaffen von Synergien bedeutet, betont Sven Fischer, ebenfalls Mitglied der Madsack-Geschäftsführung: "Nur, wenn wir die Größenvorteile unserer Mediengruppe konsequent nutzen, werden wir auch finanziell erfolgreich und unabhängig bleiben." Von Personalabbau, der in den meisten Fällen mit derartigen Ankündigungen einher geht, ist bislang keine Rede. Laut Madsack-Chef Düffert möchte man mit dem Zukunftsprogramm vielmehr "alle einladen, sich in den Prozess des Wandels einzubringen und ihn aktiv mitzugestalten". kl
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