Konsolidierung im Printmarkt Aschendorff soll Konkurrenten "Münstersche Zeitung" übernehmen

Freitag, 01. August 2014
Aschendorff soll das Konkurrenzblatt "Münstersche Zeitung" übernehmen
Aschendorff soll das Konkurrenzblatt "Münstersche Zeitung" übernehmen


Die Konsolidierung der nordrhein-westfälischen Zeitungslandschaft schreitet voran. In Münster übernimmt die Unternehmensgruppe Aschendorff ("Westfälische Nachrichten") im Rahmen einer Sanierungsfusion die im Dortmunder Medienhaus Lensing erscheinende "Münstersche Zeitung" (MZ). Zudem spart Lensing bei den "Ruhr Nachrichten" und stellt die Lokalausgaben Bochum und Witten zum 31. Oktober 2014 ein.
Die "MZ" gilt in ihrem Erscheinungsgebiet, dass sich über Münster und die Städte Greven, Emsdetten, Steinfurt und Ahaus erstreckt, als Zweitzeitung hinter den "Westfälischen Nachrichten" und verliert in Münster und im Münsterland seit Jahren an Reichweite. Im 1. Quartal 2014 lag die verkaufte Auflage bei rund 19.500 Exemplaren, Zahlen für das 2. Quartal gibt es nicht. "Angesichts der nachrangigen Wettbewerbsposition und sinkender Anzeigenerlöse ist die MZ seit Jahren defizitär", heißt es seitens des Medienhauses Lensing. Die angestrebte Sanierungsfusion verleihe dem Titel eine wirtschaftliche Pespektive. Das Bundeskartellamt muss der Übernahme noch zustimmen - was angesichts der Konkurrenzsituation ein interessanter Prüfprozess werden dürfte.

Die schlechte wirtschaftliche Perspektive ist für das Medienhaus Lensing auch der Grund, die Lokalausgaben Bochum und Witten der "Ruhr Nachrichten" einzustellen. Die publizistischen Voraussetzungen waren hier ähnlich herausfordernd wie in Münster: In beiden Gebieten erscheinen die "Ruhr Nachrichten" hinter dem Marktführer, der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ) aus der Funke Mediengruppe, als klare Zweitzeitung mit geringem Marktanteil und geringer Auflage. In Bochum etwa gingen im 1. Quartal 2014 rund 3700 Exemplare der Zeitung über den Verkaufstisch, was einem Marktanteil von 7 Prozent entspricht. In Witten lag die verkaufte Auflage bei rund 3400 Exemplaren - immerhin ein Marktanteil von 21 Prozent. Mit den betroffenen Mitarbeiter will der Verlag in den nächsten Tagen die ersten Gespräche führen und nach "einvernehmlichen und sozialverträglichen Lösungen" suchen. kl
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