Kommentar Warum Sky Deutschland stetig besser wird

Mittwoch, 06. November 2013
Auf dem richtigen Weg: Sky Deutschland (Bild: Unternehmen)
Auf dem richtigen Weg: Sky Deutschland (Bild: Unternehmen)


Die Zahlen des 3. Quartals 2013 belegen es einmal mehr: Sky Deutschland wächst und wächst. Angesichts der jüngsten Erfolgsmeldungen lohnt ein Blick auf die Wachstumsstrategie von Sky und die kommenden Herausforderungen. Brian Sullivan ist fast am Ziel: Alles spricht dafür, dass Sky Deutschland am Ende des Jahres zumindest operativ Gewinn eingefahren haben wird. Im 3. Quartal 2013 erwirtschaftete Sky ein Ebitda von 29,2 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten des Jahres lag das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen bei 71,8 Millionen Euro. Die Zahl der Kunden ist auf über 3,5 Millionen angewachsen - und das Weihnachtsquartal steht erst noch bevor. Zahlen, die vor allem eines ausdrücken: Sky ist auf dem richtigen Weg. Jetzt fehlt nur noch, dass der Sender auch unter dem Strich Geld verdient.

Hat Sky auf Kurs gebracht: Brian Sullivan
Hat Sky auf Kurs gebracht: Brian Sullivan
Natürlich fliegt den Unterföhringern der Erfolg nicht zu. Der stetige Aufwärtstrend ist das Ergebnis eines langen und teilweise hochriskanten Wegs: Sky paart eine erstaunliche Innovationsgeschwindigkeit mit der mindestens ebenso großen Bereitschaft zu hohen Investitionen:

- Im Frühjahr 2011 führte Sky den Mobil-Service Sky Go ein, der Sky-Content On-Demand zur Verfügung stellt - eine kluge Antizipation des künftigen Nutzerverhaltens. Das Over the Top-Angebot bewegte sich im 3. Quartal 2013 mit 18,1 Millionen Kunden-Logins denn auch auf einer starken Flughöhe

- Ende 2011 investierte Sky einen zweistelligen Millionenbetrag und startete den 24-Stunden-Sender Sky Sport News HD. Das Angebot etablierte sich schnell im Zuschauermarkt und erzielte im Oktober 2013 eine tägliche Reichweite von 375.970 Zuschauern (linear, ohne Sportbars)

- Im April kaufte Sky die Live-Rechte an der Fußball-Bundesliga bis 2017 und überweist dafür rund 486 Millionen Euro pro Jahr an die DFL. Das hohe Gebot war nötig, um den großen Rivalen Deutsche Telekom auszustechen. Ob die riskante Großinvestition sich amortisiert, muss sich noch zeigen

- Die Zahl der hochauflösenden Sender wurde stetig vergrößert und liegt mittlerweile bei 71. Das zahlt sich aus: Fast die Hälfte der Sky-Kunden konsumiert das HD-Angebot

- Die Kündigungsquote betrug 11,8 Prozent im 3. Quartal 2013. Die Kundenbindung bleibt damit auf einem ansehnlichen Niveau was nicht zuletzt an der erhöhten Serviceorientierung des Senders liegen dürfte

- Mit dem nun angekündigten Produktionsstart der Krimiserie "100 Code" schickt Sky sich an, eine Lücke im teuer erkauften Content-Angebot zu schließen. Denn Eigenproduktionen suchte man darin bislang vergeblich

Natürlich sind die anhaltend hohen Investitionen von Sky auch dank der schützenden Hand von Rupert Murdochs News Corp möglich. Die Konzernmutter hält seit Anfang dieses Jahres die Mehrheit an Sky Deutschland und hat immer wieder frisches Geld hinzugeschossen. Begründet wird dies mit dem Vertrauen in das Marktpotenzial der Deutschland-Tochter. Schutz der bisher getätigten Investitionen trifft es aber wohl mindestens genauso.

Außerdem garantiert Murdoch für die Zahlung der Bundesliga-Rechte. Und von diesen ist Sky - Stand heute - weiterhin abhängig. Zwar zeichnet sich ab, dass das im April 2012 erstandene Rechtepaket das Unternehmen eher beflügeln denn bremsen wird. Doch in drei Jahren steht der nächste Bieterwettstreit an - und der dürfte kaum sanfter werden. Gut möglich, dass die schon im vergangenen Jahr erwarteten Gebote von Online-Playern wie Google dann wirklich eintrudeln. Und diese dürften sich in einer Höhe bewegen, denen Sky nichts entgegenzusetzen haben wird.

Umso wichtiger wird es für Sky werden, sich unabhängiger vom Fußball zu machen und das Tempo auch in den Bereichen Film und Serien hoch zu halten. Doch Sullivan weiß darum. Ein Abflauen der Innovationsflut bei Sky ist deswegen auch in den kommenden Jahren nicht zu erwarten. ire
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