Kohle statt Klicks SZ.de-Chefin Julia Bönisch verabschiedet sich vom Reichweitenrennen

Montag, 30. Oktober 2017
SZ.de-Chefin Julia Bönisch im Video-Interview
SZ.de-Chefin Julia Bönisch im Video-Interview
© HORIZONT

Beim Wettrennen um Klicks und Page-Impressions will Julia Bönisch, Chefredakteurin von Süddeutsche.de, nicht mehr mitspielen. "Ich halte das Reichweitenrennen nicht für wichtig", sagt sie im Video-Interview mit HORIZONT Online und turi2.tv bei den Medientagen München. Bei sinkenden Anzeigenumsätzen habe die "Süddeutsche Zeitung" sich "ganz bewusst" dafür entschieden, mit Digital-Abos "eine zweite Säule aufzubauen".
Und diese zweite Säule entwickelt sich laut Bönisch ziemlich ertragreich: "Ja, wir sind damit zufrieden und wir verdienen damit richtig Geld", sagt Bönisch und sieht die "SZ" als Vorreiter im Digital-Journalismus: "Ich glaube, dass wir Pionierarbeit geleistet haben bei vielen Dingen, die andere in der Branche uns nachmachen". Da Digitalchef Stefan Plöchinger nun zum "Spiegel" wechselt, wolle Bönisch den eingeschlagenen weg alleine fortsetzen. "Es wäre komisch, wenn mir einfallen würde, ich müsste wahnsinnig viele Dinge korrigieren, weil mir die vorher gegen den Strich gegangen sind".


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