"Kleine Kais" So berechnet Pro Quote den Einfluss von Frauen

Dienstag, 26. November 2013
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Die Journalistinneninitiative Pro Quote hat eine neue Methode zur Berechnung des "Machtquotienten" von Frauen in Redaktionen vorgestellt. Gemessen wird der Einfluss von Frauen in der Maßeinheit "Kleine Kais". Namensgeber Kai Diekmann, seines Zeichens Chefredakteur der "Bild"-Zeitung, nimmt's mit Humor.
Kai Diekmann ist und bleibt auch mit seinem neuen Hipster-Look eine Reizfigur - auch für Frauen. Und so ist es sicherlich kein Zufall, dass die Initiative Pro Quote, die sich für einen höheren Anteil von Frauen in journalistischen Führungspositionen, ihre neue Maßeinheit für den Einfluss von Frauen nach dem Chefredakteur der "Bild" benannt hat. Die "Kleinen Kais" sollen ab sofort den Einfluss von Frauen in Redaktionen transparent machen.

Während bislang einfach der Pro-Kopf-Anteil von Frauen in Führungspositionen errechnet wurde, will Pro Quote den "Machtquotienten" mithilfe der "Kleinen Kais" genauer bestimmen. So bekommt ein Chefredakteur mehr Kleine Kais (bis zu fünf) als ein Stellvertretender Chefredakteur (drei Kais), der Einfluss eines Ressortleiters wird mit zwei Kais ebenfalls höher bewertet als der eines Stellvertretenden Ressortleiters (1 Kai).

"Je mehr Frauen auf höheren Hierarchieebenen beschäftigt sind, desto mehr kleine Kais bekommt eine Redaktion", erklärt Annette Bruhns, Vorsitzende von Pro Quote, das Berechnungsverfahren. Zur Veranschaulichung hat der Verein einen kleinen Animationsfilm ins Netz gestellt.

Kai Diekmann nimmt die Ehre mit dem ihm eigenen Humor. Am Montag twitterte er zunächst den Erklärfilm bei Youtube, am Dienstag freute er sich über einen Bericht des "Tagesspiegel" über Pro Quote: "Na geht doch: Zeitungslektüre am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen! Danke, lieber @tagesspiegel_de".

Das "Kamelrennen" der Leitmedien um den höchsten Machtquotienten von Frauen führt aktuell übrigens "Die Zeit" an: Hier liegt der Frauenmachtanteil aktuell bei 37 Prozent. Die "Bild" liegt mit einem Anteil von 18,5 Prozent aktuell nur auf Platz 4. Die rote Laterne mit einem Frauen-Machtquotienten von lediglich 11,5 Prozent trägt derzeit "Die Welt". Pro Quote setzt sich für einen Frauenanteil von 30 Prozent in Führungspositionen in allen Medien ein. dh
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