Klambt Neue Programmies stoßen Umbau an / Herbert Martin wird Multi-Chefredakteur

Mittwoch, 30. April 2014
"Der Erwerb stärkt unsere Unabhängigkeit": Klambt-Verleger Lars Rose
"Der Erwerb stärkt unsere Unabhängigkeit": Klambt-Verleger Lars Rose


Seit gestern ist es amtlich, jetzt melden die Verlage Vollzug. Die kleine Mediengruppe Klambt kauft der großen Funke Mediengruppe fünf und dem Konzern Axel Springer drei Programmzeitschriften ab, damit Funke von Springer zwei Programmies ("Hörzu", "TV Digital"), zwei Regionalzeitungen ("Berliner Morgenpost", "Hamburger Abendblatt") und zwei Frauenmagazine ("Bild der Frau", "Frau von Heute") übernehmen darf. Kompliziert? Ja. Und es wird noch komplizierter: Es gibt Umbauten, Umzüge - und ein Yellow-Heft weniger. Nach der wettbewerbsrechtlichen Freigabe wechseln die Titel bereits zum 1. Mai den Eigentümer. Klambt wird damit - neben Bauer (unter anderem "TV Movie", "TV 14", "Auf einen Blick"), Burda/Milchstraße ("TV Spielfilm") und Funke (unter anderem "Gong", "Bild + Funk") - nach dem Ausscheiden von Axel Springer aus dem Markt gemäß den Wünschen des Bundeskartellamts der neue vierte Player im Segment der Programmzeitschriften. Die Hintergründe hatte HORIZONT.NET bereits mehrfach berichtet und auch kritisch kommentiert.

Ebenfalls zum 1. Mai werden Axel Springer und Funke bei Vermarktung und Vertrieb über Dienstleistungsverträge zusammenarbeiten, so die beiden Großverlage. Was das genau heißt und wie das mit den geplanten Joint Ventures für Vermarktung und Vertrieb zusammenhängt (die "kurzfristig" beim Kartellamt beantragt werden sollen), das lesen Abonnenten in der HORIZONT-Ausgabe 18/2014, die wegen des Maifeiertages am Freitag, 2. Mai erscheint.

Der kleine Familienverlag Klambt nennt damit künftig acht Titel bzw. zehn Programmie-Marken sein eigen: Die bisherigen Springer-Titel "Bildwoche", "Funkuhr" und "TV neu" sowie die fünf früheren Funke-Hefte "Die 2", "Super TV", "TV 4 Wochen", "TV 4x7" und "TV Piccolino" (inklusive "TV Genie" und "My TV").

Seine neuen Zeitschriften will Klambt künftig am Standort Baden-Baden produzieren. Die Anzeigenvermarktung verbleibt bis zum Jahresende 2014 bei den bisherigen Organisationen von Axel Springer und Funke. Und danach? "Sowohl im Vertrieb als auch im Anzeigenmarkt stärkt der Erwerb unsere unternehmerische Unabhängigkeit", deutet Verleger Lars Joachim Rose eine spätere Eigenvermarktung an. Mit dem Deal positioniere sich Klambt "als relevanter Player mit allen Gestaltungsmöglichkeiten in dem attraktiven Marktsegment der Programmzeitschriften". Darüberhinaus ergänzten die Programmies die "Kernkompetenzen" der Baden-Badener Produkte (etwa "7 Tage", "Frau mit Herz").

Die Frauenzeitschrift wird künftig in Hamburg produziert
Die Frauenzeitschrift wird künftig in Hamburg produziert
Zugleich schafft Klambt für seine neue Sparte die Stelle eines Chefredakteurs der Programmzeitschriften. Herbert Martin, zuletzt journalistisches Mitglied der Geschäftsleitung in Baden-Baden, übernimmt diesen Posten ab sofort. Martin war Gründungschefredakteur der Klambt-Titel "Lea", "Schöne Woche" und "Freizeitwoche". Mitglied der Programmie-Chefredaktion wird Kerstin Franz, bisher Chefredakteurin "Frau mit Herz" und "Heim & Welt". Die redaktionelle Arbeit übernehmen die Teams des wöchentlichen Frauenmagazins "Lea" und des wöchentlichen Yellow-Blatts "Heim & Welt", das ab Sommer "nicht mehr regelmäßig erscheinen" soll, so der Verlag. "Lea" wiederum wandert von Baden-Baden zum Verlagssitz in Hamburg ("In", "OK"); allein "Lea"-Chefredakteurin Sabine Bartels wandert mit.

Und noch eine Personalie in diesem Kontext: Peter Kulig, bisher Chef der Adelshefte "7 Tage", "Adel heute" und "Adel aktuell", übernimmt zusätzlich die Chefredaktion des wöchentlichen Klatschblatts "Frau mit Herz".

Verleger Lars Joachim Rose drückt das alles so aus: "Mit der Integration der Programmzeitschriften am Standort Baden-Baden entsteht ein Kompetenz- und Kreativzentrum für Programm- und unterhaltende Frauenzeitschriften." rp
Meist gelesen
stats