Kinderwelten 2016 TV ist bei Kindern die beliebteste Plattform

Freitag, 03. Juni 2016
Birgit Guth, Leiterin Marktforschung bei Super RTL, kennt die Mediennutzungsgewohnheiten von Kindern
Birgit Guth, Leiterin Marktforschung bei Super RTL, kennt die Mediennutzungsgewohnheiten von Kindern
Foto: IP Deutschland

Die Anzahl der TV-Geräte in den Kinderzimmern nimmt zu: Fast jedes vierte Kind kann inzwischen einen Fernseher sein eigen nennen. Das Leanback-Medium ist nach wie vor das beliebteste bei der jungen Zielgruppe bis 13 Jahre: Auf lineares TV entfallen 87 Prozent der Nutzungszeit für Bewegtbild.

Auch wenn die Kinder tendenziell etwas weniger Zeit vor dem Fernseher verbringen, bleibt die durchschnittliche Netto-Reichweite seit vier Jahren konstant. Für 65 Prozent ist der Fernseher der wichtigste Screen. Verspräche man Kindern als Belohnung eine zusätzliche "mediale Stunde", würden 87 Prozent diese vor dem TV verbringen wollen.

Das Mediennutzungsverhalten der Jüngsten stand im Mittelpunkt der 17. Fachtagung Kinderwelten, die unter dem diesjährigen Motto "Kinderfernsehen. Kinderinternet?" von IP Deutschland und Super RTL veranstaltet wird. Trotz des hohen Stellenwerts von linearem TV für Kinder ist auch die Nutzung von Online-Bewegtbild auf dem Vormarsch. Laut Birgit Guth, Leiterin Medienforschung & Qualitätsmanagement bei Super RTL, und Robert Schäffner, Leiter Markt-Media-Forschung und Stellvertretender Bereichsleiter Forschung, nutzen bereits 29 Prozent der 6- bis 9-Jährigen sowie 77 Prozent der 10- bis 13-Jährigen regelmäßig Bewegtbild im Internet. Das populärste Angebot: Youtube mit 40 Prozent.

Video on Demand spielt in der Medienrealität der Kinder im Alter zwischen 6 und 13 kaum eine Rolle. Das mag vor allem daran liegen, dass die Nutzung digitaler Endgeräte im Alltag von den Eltern stärker reglementiert wird. 35 Prozent der Kinder haben ausschließlich Zugang zu den häuslichen TV-Geräten, andere Medien dürfen sie nicht nutzen.

Das Tablet erfreut sich großer Beliebtheit, wird von Kindern aber seltener genutzt, um Bewegtbild abzurufen. Stattdessen bevorzugen sie Spiele-Apps auf dem Gerät. 41 Prozent der Haushalte mit Kindern in Deutschland besitzen inzwischen ein Tablet, bei Familien mit Kindern zwischen 3 und 5 Jahren beträgt der Anteil sogar 56 Prozent. Während der PC für viele Kinder erst im Schulalter relevant ist, sind Tablet und Smartphone der Eltern schon für die Kleinsten interessant. Ein eigenes Smartphone bekommt ein Großteil der Kinder aber erst ab dem Eintritt in eine weiterführende Schule. Sandra Enard

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