Kindersender Super RTL ist wieder auf Wachstumskurs

Mittwoch, 18. November 2015
Optimistisch: Super-RTL-Geschäftsführer Claude Schmit
Optimistisch: Super-RTL-Geschäftsführer Claude Schmit
Foto: Super RTL

Rund zwei Jahre nach dem Ende des Zuliefervertrages mit Anteilseigner Disney hat sich der Kindersender Super RTL wieder freigeschwommen. "Die letzten beiden Jahre mussten wir rudern. Jetzt können wir wieder segeln", sagte Geschäftsführer Claude Schmit am Dienstag in Köln vor Journalisten.
Zur Erinnerung: Im Januar 2014 ging der Disney Channel in Deutschland auf Sendung. Mit dem Jahreswechsel 2013/2014 stellte Disney seine Programmzulieferung an die 50-Prozent-Tochter Super RTL ein, um dem eigenen Sender keine unnötige Konkurrenz zu machen. Super RTL musste quasi über Nacht große Teile seiner Programmfläche neu bestücken. Durch Kooperationen mit Dreamworks, Warner und Investitionen in Eigenproduktionen konnte Super RTL die Lücken in seinem Programm füllen. Vor allem die Zusammenarbeit mit Dreamworks erwies sich als Glücksgriff: Serien wie "King Julien", "Der gestiefelte Kater" oder "Dragons" laufen am Vorabend derzeit deutlich über Senderschnitt. "Der Einstand verlief aus unserer Sicht hervorragend und zeigt, dass wir den richtigen Content-Partner gefunden haben", betont Programmdirektor Carsten Göttel. "Darüber hinaus werden wir an unserer Drei-Säulen-Strategie festhalten und im kommenden Jahr sowohl neue Dreamworks-Formate als auch weitere Eigenproduktionen und beliebte internationale Evergreens ins Programm nehmen. 2016 dürfte also ein ereignisreiches Jahr werden, das keinerlei Langeweile aufkommen lässt."

Aktuell liegt Super RTL im Jahrestrend bei 19,1 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe der 3- bis 13-Jährigen. Damit liegt der Sender zwar deutlich vor den privaten Wettbewerbern Disney Channel mit aktuell 9,4 Prozent Marktanteil und Nickelodeon mit 9,5 Prozent, aber hinter dem öffentlich-rechtlichen Kinderkanal, der mit 20,1 Prozent Marktanteil aktuell Marktführer bei den jüngsten Zuschauern ist. Man sei aber optimistisch, wieder zu wachsen, betonte Programmdirektor Göttel.

Im kommenden Jahr soll eine Reihe neuer Formate den Aufwärtstrend der letzten Monate verstetigen: Neben den Dreamworks-Serien "Die Croods", einem Ableger des gleichnamigen Kinofilms, "Dinotrux" und der auf den Kinderbüchern von Enid Blyton basierenden Serie "Noddy" gibt es im kommenden Jahr auch ein Wiedersehen mit altbekannten Klassikern: Neben der "Tom und Jerry Show" kehrt auch "Bob der Baumeister" als Neuauflage auf den Bildschirm zurück. Auch im Bereich Eigenproduktionen ist die Pipeline gut gefüllt: Aktuell wird an einem Ableger des Wissensmagazins "Woozle Goozle", einer Rankingshow und einem Tiermagazin gearbeitet.

In der Primetime setzt Super RTL weiterhin auf eher frauenaffine Serien und Doku-Soaps und erreicht damit bei den von der RTL-Gruppe als Kernzielgruppe definierten 14- bis 59-Jährigen aktuell einen Marktanteil von 2,0 Prozent - ein Plus von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr: "Diese Tendenz bestärkt uns darin, unseren Weg weiter zu gehen, denn wir stehen in der Primetime hervorragend da", betont Geschäftsführer Schmit: Deshalb erweitern wir unser Line-up behutsam um bekannte Formate wie 'Dr. House' und verzichten auf tiefgreifende Veränderungen."

Auch in der Vermarktung läuft es wieder rund: Die Werbeerlöse im laufenden Jahr hätten bereits zum jetzigen Zeitpunkt das Niveau des gesamten Vorjahres erreicht - obwohl das für Super RTL wichtige Weihnachtsgeschäft noch bevorsteht. Für das Gesamtjahr rechnet Super RTL mit einem Brutto-Umsatz von mehr als 300 Millionen Euro. dh
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