"Kindermarkt wird durchgerüttelt" Disney Channel gestartet

Freitag, 17. Januar 2014
Staatsministerin Ilse Aigner gab am Donnerstagabend das Startsiganl für den Disney Channel
Staatsministerin Ilse Aigner gab am Donnerstagabend das Startsiganl für den Disney Channel


Seit Freitag morgen ist die deutsche Senderlandschaft um einen weiteren Sender reicher: Um 6 Uhr früh hat der Disney Channel seinen Betrieb aufgenommen. Mit seinem ersten Free-TV-Sender in Deutschland will der Medienkonzern den Markt ordentlich aufmischen. Experten trauen dem Sender aus dem Stand zweistellige Marktanteile in der Zielgruppe der 3- bis 13-Jährigen zu.
"Der Kindermarkt wird ordentlich durchgerüttelt", erwartet zum Beispiel Matthias Quittek, Leiter Beratung/Einkauf TV der Mediaagentur Pilot Hamburg. Nach wie vor dominiert Super RTL den Markt für die jüngsten Zuschauer: Im vergangenen Jahr erzielte der Sender, an dem Disney zu 50 Prozent beteiligt ist, 20,4 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe der 3- bis 13-Jährigen. Der Kinderkanal Kika von ARD und ZDF erzielte 15,8 Prozent Marktanteil, der Kindersender Nickelodeon von Viacom erzielte 8,6 Prozent Marktanteil.

Disney will sich von diesem Kuchen eine dicke Scheibe abschneiden - mit Krümeln gibt sich der Weltkonzern sicherlich nicht zufrieden. Juergen Kivit, Head of TV bei der Omnicom Media Group Germany traut dem Sender aus dem Stand einen Martkanteil von über 10 Prozent bei den Kindern zu. "Man darf das Markenversprechen von Disney nicht unterschätzen", ist der Mediaexperte sicher.

Der große Vorteil des Disney Channel: Der Sender kann auf eine globale Marke aufbauen, die in der Zielgruppe bereits bekannt ist. Allein darauf will sich Disney freilich nicht verlassen: Der Start des Senders wurde von der größten Kampagne begleitet, die der Konzern in Deutschland bislang durchgeführt hat. Auch im Programm wird geklotzt statt gekleckert: Allein in den ersten sechs Monaten verspricht der Sender über 450 Episodenpremieren allein in der Daytime, zur besten Sendezeit will der Sender mit Klassikern und neueren Filmen wie "Ratatouille", "Susi & Strolchi" oder "101 Dalmatiner" auch im Gesamtpublikum punkten.

Aber auch die Konkurrenz ergibt sich nicht in ihr Schicksal: Super RTL hat in den vergangenen Monaten Verträge mit den Hollywood-Studios Dreamworks und Warner abgeschlossen, um den Verlust der Disney-Programme aufzufangen. Wie stark der Disney Channel den Kindermarkt tatsächlich durchrüttelt, wird sich zeigen, sobald am Wochenende die ersten Einschaltquoten für den Sender vorliegen. dh
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