"Kicker" Panne bei der Wahl zum Fußballer des Jahres

Dienstag, 30. Juli 2013
Der "Kicker" vom 29. Juli verkündet die Wahl Schweinsteigers zum Fußballer des Jahres
Der "Kicker" vom 29. Juli verkündet die Wahl Schweinsteigers zum Fußballer des Jahres

Peinliche Panne beim "Kicker": Bei der Wahl zum Fußballer des Jahres, die das Sportmagazin gemeinsam mit dem Verband Deutscher Sportjournalisten organisiert, hat zunächst offenbar nur ein Bruchteil der Stimmberechtigten überhaupt die Abstimmungsunterlagen erhalten. Bastian Schweinsteiger siegte am Ende mit gerade einmal 92 von insgesamt 3700 möglichen Stimmen. "Ja, es ist unglücklich gelaufen, bei der Wahl ist ein Fehler passiert", sagte "Kicker"-Herausgeber Rainer Holzschuh gegenüber "Focus Online" - und stellte im selben Atemzug die ganze Sportlerwahl auf den Prüfstand. "Endlich ist er mal dran": Dieser Satz dürfte vielen Fachleuten durch den Kopf gegangen sein, als der "Kicker" am 28. Juli in seiner Online-Ausgabe den Ausgang bei der Wahl zum Fußballer des Jahres 2013 verkündete. Immerhin gehört Bastian Schweinsteiger seit Jahren zu den Top-Leistungsträgern bei Bayern München und in der Nationalmannschaft. Die großen Triumphe musste der 28-Jährige, der in diesem Jahr mit seinem Verein das Triple holte, aber meistens anderen überlassen.

Insgesamt wären 3700 Personen abstimmungsberechtigt gewesen, beteiligt haben sich letztendlich aber nur 527 Sportjournalisten - gerade einmal jeder siebte. Auf Schweinsteiger entfielen dabei 92 Stimmen, 87 bzw. 85 gingen an seine Teamkameraden Franck Ribery und Thomas Müller. Damit wählten nicht einmal 2,5 Prozent der VDS-Mitglieder Schweinsteiger. Wie sich nun allerdings herausstellt, ist bei der Abstimmung, die der "Kicker" traditionell unter den Mitgliedern des Verbands Deutscher Sportjournalisten (VDS) durchführt, ein Fehler passiert.

"Ja, es ist unglücklich gelaufen, bei der Wahl ist ein Fehler passiert", so Herausgeber Rainer Holzschuh gegenüber "Focus Online". "Irgendwo zwischen Sekretariat und Druckerei" sei eine Excel-Datei mit den Daten der VDS-Mitglieder durcheinander geraten, sodass die Nachnamen nicht mehr zu den Adressen gepasst hätten. "Es war ein menschlicher Fehler und menschliche Fehler passieren eben", resümiert Holzschuh. Im Anschluss habe man versucht, so vielen Abstimmungsberechtigten wie möglich online oder per Fax die die Möglichkeit zur Wahl zu geben: "Ich glaube, wer Willens war, an der Abstimmung teilzunehmen, hat die Chance auch genutzt." Auswirkungen des Fauxpas auf das Ergebnis der Wahl seien folglich nicht zu befürchten.

Ungeachtet dieser Panne steht die Wahl zum Fußballer des Jahres in ihrer jetzigen Form möglichweise ohnehin vor dem Aus: Aufgrund rückläufiger Beteiligung werde man "die Wahl in den nächsten Wochen intern auf den Prüfstand stellen", sagt Holzschuh. Ob künftig die Aktiven über den besten aus ihren Reihen entscheiden sollten, ob dabei der Kreis auch auf Trainer und Schiedsrichter erweitert werde, ist derzeit noch unklar. Nur so viel: Eine Befragung der Leser schließt Holzschuh aus. ire

Update

Der "Kicker" hat mittlerweile auf die Berichterstattung in diversen Medien reagiert: Das Magazin betont, dass die Abstimmung korrekt gelaufen sei, der oben genannte Fehler habe keine Auswirkungen auf die Wahl gehabt. "Bei der Teilnehmerzahl gab es schon immer große Schwankungen. Dass diesmal weniger Sportjournalisten ihre Stimme abgegeben haben, kann nicht an dem sofort behobenen Adress-Problem liegen", heißt es auf der "Kicker"-Homepage. "Bastian Schweinsteiger führte das Ranking bei dieser Wahl jederzeit an und ist aufgrund seiner sportlichen Leistung zweifellos ein würdiger Sieger", so Chefredakteur Jean-Julien Beer.
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