Kaufangebot Tamedia greift nach Zanox-Gesellschafter Publigroupe

Mittwoch, 23. April 2014
Das Zanox-Geschäftsmodell zwischen Werbungtreibenden und Vertriebspartnern im Internet
Das Zanox-Geschäftsmodell zwischen Werbungtreibenden und Vertriebspartnern im Internet

Potenzieller Millionendeal mit Strahlkraft: Der Schweizer Medienkonzern Tamedia hat Interesse an Werbevermarkter Publigroupe gezeigt. Der wiederum hält eine Minderheitsbeteiligung an Axel-Springer-Tochter Zanox, die im Falle der Übernahme weiterverkauft werden könnte. Seit 2007 ist die Publigroupe mit 47,5 Prozent an dem Berliner Affiliate-Marketing-Spezialisten Zanox beteiligt, Springer hält bisher 52,5 Prozent der Anteile. Sollte die Publigroupe-Übernahme von der Schweizer Wettbewerbskommission genehmigt werden, ist es denkbar, dass die Berliner ihre Anteile an dem Startup erhöhen. Über seine Plattform vermittelt Zanox Werbeleistungen zwischen Onlinemedien und Werbungtreibenden und partizipiert über Provisionen an jeder erfolgreichen Transaktion, die über die eigene Plattform vermittelt wird.

Die Mediengruppe Tamedia ("Tages-Anzeiger", "20 Minuten") verspricht sich vom Kauf der Publigroupe, für die sie den Aktionären ein Angebot von 150 Schweizer Franken pro Aktie unterbreitet hat, Zugriff auf den Verzeichnisdienst Local.ch, den Publigroupe zusammen mit Swisscom betreibt. Zu Tamedia gehört bereits Hauptkonkurrent Search.ch. Neben dem Votum der Wettbewerbshüter steht allerdings die Zustimmung der Aktionäre aus. Der Verwaltungsrat reagierte nicht nur "mit Überraschung" auf das Kaufangebot des eigentlich nicht zum Verkauf stehenden Vermarkters, er empfahl den Anteilseignern der Publigroupe auch zunächst, die offizielle Stellungnahme des Gremiums abzuwarten.

Unabhängig davon will Tamedia im Falle einer Übernahme die Beteiligungen der Publigroupe prüfen und herausfinden, ob eine "Weiterführung innerhalb der Mediengruppe" oder der "Verkauf an andere Eigentümer" sinnvoll sei. Minderheitsbeteiligungen wie die an Zanox seien keine "strategischen Beteiligungen". Deshalb sei der Konzern zu "Gesprächen mit den jeweiligen Mehrheitseigentümern und bei einer angemessenen Bewertung zu einem Verkauf bereit". kl
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