Karola Wille ARD gründet zentrale Anti-Fake-News-Einheit

Mittwoch, 15. Februar 2017
Karola Wille
Karola Wille
© MDR/Martin Jehnichen

Beim Hilfeersuchen im Kampf gegen Fake News erhält Facebook nach dem ZDF nun auch von der ARD eine Absage. Das bestätigt die ARD-Vorsitzende Karola Wille im Interview mit HORIZONT. Gleichzeitig kündigt sie an, eine zentrale Anti-Fake-News-Einheit zu gründen.

Fassungslos hatte sich BDZV-Präsident Mathias Döpfner gezeigt, dass die ARD überhaupt einen Gedanken daran verschwendet, das Geld der Zuschauer zu missbrauchen, um das Glaubwürdigkeitsproblem des Milliardengewinne erzielenden Weltmonopols Facebook zu lösen. Doch weder das ZDF noch die ARD planen dergleichen. "Es wird hier zu keiner journalistischen Zusammenarbeit kommen. Wir sind nicht die Korrektureinheit für Facebook, sondern setzen unseren Journalismus gegen das, was sich an Fehlinformationen auftut. Recherche und Verifikation sind eine journalistische Aufgabe der ARD", sagt die ARD-Vorsitzende Karola Wille im Interview mit HORIZONT.

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Wille bestätigt, dass die Intendanten bei ihrer jüngsten Sitzung vorige Woche in Mainz beschlossen haben, die zuvor bereits bekannt gewordene "Anti-Fake-News-Einheit" tatsächlich zu gründen: "Wir planen, eine in Hamburg bei ARD aktuell angesiedelte, gemeinsame und medienübergreifende Verifikationseinheit aufzubauen, zu der die Landesrundfunkanstalten eigene Kollegen entsenden können".
Ziel sei, "in diesem Jahr, das ja ein sehr wichtiges Wahljahr sein wird, gemeinsam Erfahrungen zu sammeln und zu erproben, inwiefern uns das hilft, mit dem Phänomen Fake News umzugehen", sagt Wille. Federführend arbeiteten derzeit ARD-Chefredakteur Rainald Becker und ARD-aktuell-Chef Kai Gniffke "mit allen Häusern und Gemeinschaftseinrichtungen" das Konzept für dieses Angebot aus. Die Verifikationseinheit soll "noch im Frühjahr" ihre Arbeit aufnehmen.
Elmar Theveßen
Bild: ZDF/Rico Rossival

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