Kampagnen Tageszeitungen zeigen Gesicht

Freitag, 25. Oktober 2013
Die Redakteure der "Berliner Zeitung" zeigen Gesicht - unter anderem auf Großflächen
Die Redakteure der "Berliner Zeitung" zeigen Gesicht - unter anderem auf Großflächen


In schwierigen Zeiten tut es manchmal Not, sich auf seine Stärken zu besinnen - und bei den Tageszeitungen sind das vor allem die Menschen hinter den Marken. In zwei unterschiedlichen Kampagnen stehen deshalb ab nächster Woche die Redakteure, die recherchieren, entdecken und schreiben, im Mittelpunkt: Sowohl Axel Springer als auch M. DuMont Schauberg werben mit jenen, die der Zeitung ihr Gesicht geben.
Hinter den Anzeigen der "Welt" steckt mehr (siehe Kamerasymbol) - die Zeitungsapp hilft
Hinter den Anzeigen der "Welt" steckt mehr (siehe Kamerasymbol) - die Zeitungsapp hilft
Und das sogar im wahrsten Sinne des Wortes, bei beiden Verlagshäusern. Axel Springers "Welt" etwa schickt die bekannte Markenkampagne ("Die Welt gehört denen, die neu denken") in eine neue Runde und zeigt zunächst auf vier unterschiedlichen Motiven die Autoren Robin Alexander, Alan Posener, Dorothea Siems und Jennifer Wilton im Stil von Polygonen. Die Grafiken aus geometrischen Formen und zusätzlichen Symbolen sollen die Haltung des Redakteurs widerspiegeln und sind zudem digital vernetzt, dank Augmented Reality kommen die Journalisten im Netz zu Wort. Die crossmediale Kampagne, die von der Agentur Oliver Voss entwickelt und umgesetzt wurde, ist online und in Print sowie auf Plakaten in großen Ballungsräumen präsent.

Ausschließlich in Berlin sieht man dagegen die Köpfe der "Berliner Zeitung". In der ersten Kampagne des Blattes seit 1997 stehen ebenfalls die Redakteure im Fokus - mal mit skeptischem oder überraschtem Blick, mal mit bissig gefletschten Zähnen, immer jedoch mit einer großen Portion Selbstironie. Zu sehen und hören sind Motive und Aussagen ab Dienstag auf Großflächen, in Printanzeigen und in Radio- und Kinospots, für Entwicklung und Umsetzung verantwortlich zeichnet die Berliner Agentur Johanssen + Kretschmer.

Vor allem angesichts der sich wandelnden Medienbranche sei es wichtig, sich auf journalistische Kernkompetenzen zu besinnen, sagt Brigitte Fehrle, Chefredakteurin der "Berliner Zeitung", um das Blatt mit Qualität und klarem Profil fit für die Zukunft zu machen: "Im Netz bekomme ich vielleicht manche Informationen schneller. Bei uns gibt es Hintergründe, Analysen und Orientierung in einer Welt, die immer komplexer wird." Gleichzeitig sei die Kampagne auch ein Zeichen der Wertschätzung für die eigenen Mitarbeiter. Eine wichtige Botschaft: Bei der "Berliner Zeitung" hat die Zeitungskrise in diesem Jahr bereits Spuren hinterlassen. Nach der Insolvenz der "Frankfurter Rundschau" hatte DuMont auch für die Redaktion in Berlin Stellenstreichungen angekündigt, knapp 30 Journalisten mussten gehen. kl
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