Kai Gniffke im Video-Interview Warum Schnelligkeit für den ARD-aktuell-Chef nicht das Wichtigste ist

Donnerstag, 26. Januar 2017
Kai Gniffke im Interview am Rande des Deutschen Medienkongresses 2017.
Kai Gniffke im Interview am Rande des Deutschen Medienkongresses 2017.
© HORIZONT

In den vergangenen Monaten musste sich die ARD einige Kritik wegen ihrer (Nicht-)Berichterstattung bei Breaking-News-Lagen gefallen lassen - und Kai Gniffke ist derjenige, der für den Sender in der Regel den Kopf hinhält. Im Video-Interview erklärt der Chefredakteur von ARD-aktuell, warum für ihn Schnelligkeit in Zeiten des Terrors nicht das Wichtigste ist.
Generell sei die aktuelle terroristische Bedrohung kein neues Thema für die ARD, erklärt Gniffke, der unter anderem auf den Terror in den 70er Jahren hinweist. Dennoch: "Wir müssen jedes Mal wieder genau gucken, dass wir unsere journalistischen Maßstäbe halten. Dass wir auf der einen Seite nichts verschweigen. Und dass wir auf der anderen Seite nicht zu einer Heroisierung des Terrors beitragen." Diese Gratwanderung gab es damals schon - und sie gibt es heute wieder.
Gniffke betont, dass es ihm nicht wichtig sei, in einem Breaking-News-Fall als erster Sender on Air zu gehen. "Es ist natürlich wichtig für einen Informationsanbieter, dass er die Zuschauer schnell informiert. Aber genauso wichtig ist, dass man zuverlässig, seriös und glaubwürdig ist - und nicht verwegen anfängt zu spekulieren." Schnelligkeit sei deshalb nicht die wichtigste Kategorie. "Unsere Zuschauer würden es uns sehr übel nehmen, wenn wir hyperventilieren", so Gniffke. ron
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