JvM-Manager Strerath "Adblocker sind das Beste, was uns passieren kann"

Dienstag, 15. März 2016
Thomas Strerath findet die meiste Werbung schlecht
Thomas Strerath findet die meiste Werbung schlecht
Foto: Alexander Hassenstein

Thomas Strerath, Geschäftsführer von Jung von Matt, hält Abdlocker für "das beste, was unserer Industrie passieren kann". Das sagte der Manager auf der Digitalkonferenz D3con in Hamburg. "Die Leute blockieren Werbung, weil die meiste nur Mist ist", so Strerath.

Werbung habe die Aufgabe zu unterhalten oder Service zu bieten. "Aber die meiste ist nur langweilig", kritisierte Strerath weiter. Er sieht es als Aufgabe von Agenturen, die Werbung wieder besser zu machen - so, dass die Menschen sie auch sehen wollen.

Für Ben Barokas, Gründer des Anti-Adblockers Sourcepoint, ist das jedoch nur die halbe Lösung: Ob Werbung gut oder schlecht gemacht ist, sei dem Adblocker egal: "Er streicht alle Werbung." Damit verschwinde mittelfristig der gute Content, weil die Refinanzierung fehlt.

Barokas plädiert dafür, dass nicht dritte Firmen, wie Adblock-Plus-Betreiber Eyeo, darüber entscheiden, was der Nutzer sieht und was nicht, sondern der User selbst. Ob er für den Konsum von Inhalten Werbung akzeptiert und damit auch Daten weggibt, ob er sich für ein gemischtes Modell von wenig Werbung und etwas Bezahlen für den  Content entscheidet, oder ob er dafür bezahlt, den Inhalt werbefrei konsumieren zu können, "das sollte seine Wahl sein".

Barokas kritisiert zudem, dass beispielsweise Eyeo sämtliche Videowerbung blockiert. Eyeo-Manager Christian Dommers begründet das mit der hohen Ablehnung, auf die gerade Videowerbung bei den Nutzern stößt. "Video ist der Hauptgrund für die Nutzer, um Adblocker zu installieren", sagt er. Einen Ausgleich zwischen den Interessen der Publisher und denen der User zu finden, sei daher schwierig. "Wir müssen sehr vorsichtig sein, um eine Balance zu finden."

Jan Möllendorf von Defacto x plädiert dafür, die Diskussion um Gestaltung von Werbung intensiver zu führen. Christian Bennefeld, Gründer von E-Blocker, einem Gerät, das Werbung auf allen Devices blockieren kann, glaubt jedoch, dass die Gestaltung von Werbung nicht der Hauptgrund ist, warum die Nutzer sich für einen Blocker entscheiden. Ihnen gehe es vielmehr um den Schutz ihrer Privatsphäre. Sie wollen nicht getrackt werden. "Die User haben ein ganz großes Bedürfnis nach Privatsphäre. Sie müssen die Kontrolle haben", schlägt er eine Bresche für mehr Transparenz. pap

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