Junior Medien Jan Wickmann will "Eltern" und Co aus der Wiege kippen

Dienstag, 22. April 2014
Jan Wickmann hat Großes vor (Bild: Verlag Junior Medien)
Jan Wickmann hat Großes vor (Bild: Verlag Junior Medien)

Kleines Haus, große Pläne: Der Verlag Junior Medien in Hamburg, der mit den beiden Magazinen "Junge Familie" und "Kinder" rund 3 Millionen Euro Umsatz macht, will mit einem ausgeklügelten crossmedialen Konzept inklusive digitaler Offensive die Matriarchen im Segment angreifen, allen voran "Eltern" (Gruner + Jahr) und "Familie & Co" (Medweth-Gruppe). Pikant: Junior-Hauptgesellschafter und -Geschäftsführer ist Jan Wickmann, Sohn des langjährigen (1985 bis 2004) G+J-Zeitschriftenvorstands Rolf Wickmann. Im Herbst 2012 war Wickmann jun. bei Junior Medien eingestiegen, hat neue Gesellschafter geholt, zwei Titel eingestellt und die beiden verbliebenen Magazine relauncht. Bisher wurde "Junge Familie" an die Zielgruppe - schwangere Frauen und Mütter mit Neugeborenen - gratis über Apotheken gestreut sowie als Inhalt von Geschenktaschen, die Gynäkologen, Geburtsstationen und Hebammen an die Frauen verteilen. Die IVW wies zuletzt 210.350 Sonstige Verkäufe aus (4/2013); wegen der Umstellung der Frequenz von zehnmal auf sechsmal jährlich sind Detailwerte aktuell kaum aussagekräftig. Der Monatstitel "Kinder" wurde bisher über Apotheken und Kindergärten an die Eltern verteilt (244.753 Sonstige Verkäufe). Nun beginnt Wickmann, beide Hefte auch über Abo und Kiosk zu vertreiben.

Durch Relaunch, Umfangsweiterung und Vertriebsaufwertung sei der Anzeigenumsatz bereits stark gestiegen, sagt Wickmann, ohne Zahlen zu nennen. Der Verlag mache Gewinn, was auch seine Mitgesellschafter - Chefredakteur Christian Personn (15 Prozent) und die Unternehmensberatung Expertise (10 Prozent) freuen dürfte.

Cover von "Junge Familie"
Cover von "Junge Familie"
Nun hat Wickmann Großes vor: Er lässt die rund 840.000 Geschenktaschen, die jährlich verteilt werden, für sein Portal wireltern.de werben, das ab Ende Mai komplett neu auftritt - und zur Schnittstelle aller Leser- und Vermarktungsangebote von Junior Medien werden soll. "Die Website soll das Herzstück unseres Angebotes und im Zusammenspiel mit unseren Offline-Medien das reichweitenstärkste Portal im Segment werden", sagt Wickmann.

Da hat er sich viel vorgenommen: Urbia.de kommt auf 2,3 Millionen User, Eltern.de auf 1,1 Millionen (beide G+J). Zudem will er auf der Site pro Jahr mindestens 100.000 E-Mail-Adressen sammeln (130.000 hat er schon), um sie mit werbevermarkteten Newslettern zu beschicken, gezielt nach Schwangerschaftswoche und Kindesalter.

Doch was haben er und seine zehn Angestellten dem Großverlag G+J voraus? "Wir entscheiden schneller und handeln flexibler als die großen Player", sagt Wickmann. Und auch die Geschenktaschen und ihr Vertriebsnetz habe niemand sonst als Marketinginstrument. rp

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