Journalistenpreis Gruner + Jahr setzt Henri-Nannen-Preis aus

Donnerstag, 18. September 2014
Beim Henri-Nannen-Preis gehen die Lichter aus - zumindest für ein Jahr
Beim Henri-Nannen-Preis gehen die Lichter aus - zumindest für ein Jahr
Foto: Foto: G+J
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Gruner + Jahr Sparkurs Henri-Nannen-Preis Henri Nannen


Der Sparkurs bei Gruner + Jahr trifft nach dem "Stern" nun auch ein weiteres Aushängeschild: Der Verlag lässt den Henri-Nannen-Preis im kommenden Jahr pausieren. Die Veranstaltung schlägt jedes Jahr mit einem siebenstelligen Betrag zu Buche.
Neben den reinen Kosten dürfte die Zwangspause für den renommierten Journalistenpreis auch politische Gründe haben: So geht man bei Gruner + Jahr wohl nicht ganz zu Unrecht davon aus, dass die prestigeträchtige Sause ein falsches Signal nach innen und außen setzen würde, während im Verlag in den kommenden Jahren bis zu 400 Stellen gestrichen werden. Gruner + Jahr lässt sich die Preisverleihung jedes Jahr eine siebenstellige Summe kosten. "Vor dem Hintergrund der kommunizierten Sparmaßnahmen und dem damit verbundenen Stellenabbau hat sich die Stern-Chefredaktion gemeinsam mit dem G+J-Vorstand nach intensiver Diskussion entschieden, den Henri Nannen Preis 2015 auszusetzen", teilt der Verlag mit. "Insbesondere die traditionell  in feierlichem Rahmen begangene Preisverleihung erscheint uns in dieser Lage nicht angemessen. Zudem ist davon auszugehen, dass Wettbewerb und Preisverleihung von der fortlaufenden Diskussion um Sparmaßnahmen und Stellenabbau überlagert würden und dass sich auch die Preisträger einem öffentlichen Diskurs stellen müssten, der mit ihrer ausgezeichneten Leistung nichts zu tun hat."

Man wolle die Zeit nun nutzen, um darüber nachzudenken, wie der Henri Nannen Preis "in Zeiten tiefgreifender Veränderungen der Medienlandschaft modernisiert und weiterentwickelt" werden könne. Von der Entscheidung sind bei Gruner + Jahr drei Mitarbeiter betroffen, denen nun ebenfalls eine betriebsbedingte Kündigung droht. dh

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