Joint Venture Axel Springer und Viacom tun sich für TV- und Bewegtbildvermarktung zusammen

Dienstag, 03. November 2015
Franjo Martinovic, Kai Ladwig und Andre Mendo (v.l.n.r.) führen das Joint Venture
Franjo Martinovic, Kai Ladwig und Andre Mendo (v.l.n.r.) führen das Joint Venture
Foto: Axel Springer

Axel Springer und Viacom International Media Networks (VIMN) wollen ein Gemeinschaftsunternehmen für die Vermarktung von TV- und Bewegtbild-Inhalten ins Leben rufen. Die entsprechenden Verträge seien bereits unterschrieben, es fehlt nur noch die Freigabe der Kartellbehörden. Das geplante Joint Venture soll hinter SevenOne Media, IP Deutschland und El Cartel Media Platz die vierte Kraft im TV-Markt bei den jungen Zuschauern werden.
Das Vermarktungsportfolio umfasst die TV-Sender Comedy Central, MTV, Viva, Nickelodeon/Nicknight sowie N24 umfassen. Außerdem soll das neue Unternehmen, dessen Name in Kürze bekannt gegeben werden soll, die Digital-und Bewegtbild-Inhalte von Viacom im deutschen Markt übernehmen. Media Impact, der gemeinsame Vermarkter von Axel Springer und der Funke Mediengruppe, arbeitet seit Anfang 2014 bereits bereits im Viacom zusammen: MI zeichnet dabei für die Zweitvermarktung von Plattformen wie Mtv.de, Viva.tv, Comedycentral.tv und Nick.de verantwortlich. Diese Kooperation soll künftig zwischen dem geplanten Joint Venture und Media Impact fortgeführt werden, wie Springer mitteilt. Im Zuge der Kooperation übernimmt Viacom 49 Prozent des N24-Vermarkters Thads Media. Dessen Chef Franjo Martinovic wird ebenso in die Geschäftsführung des Joint Ventures einziehen wie Kai Ladwig, zurzeit Mitglied der Geschäftsführung von Thads Media, und André Mendo, aktuell Vice President Sales für Deutschland, Österreich und die Schweiz von VIMN Northern Europe.

"Mit unserem Joint Venture führen wir unsere Vermarktungs- und Zielgruppenkompetenzen zusammen und werden zukünftig deutlich mehr Werbereichweite haben", so Martinovic. "Als Vermarkter für Sender der 3. und 4. Generation wollen wir sicherstellen, dass die Qualität der Umfelder hervorgehoben und innovative wie kreative Lösungen erstellt werden – zum Beispiel durch das Pooling von Zielgruppen." Durch die Kombination mit dem Portfolio von Media Impact ergäben sich zudem neue Möglichkeiten für Agenturen und Kunden. Das Joint Venture soll zudem auch weiteren Publishern offen stehen, so Mendo: "Neben der Vermarktung des Gesellschafterinventars ist es unser Ziel, das Joint Venture durch weitere Partner konsequent auszubauen."
„Als Vermarkter für Sender der 3. und 4. Generation wollen wir sicherstellen, dass die Qualität der Umfelder hervorgehoben und innovative wie kreative Lösungen erstellt werden.“
Franjo Martinovic
Momentan ist der TV-Markt in Deutschland bei den 14- bis 49-Jährigen fest in der Hand von zwei Playern: Im vergangenen Jahr betrugen die Marktanteile von Pro Sieben Sat 1 (Pro Sieben, Sat 1, Kabel 1) und RTL Deutschland (RTL, Vox, N-TV) 28,4 bzw. 24,6 Prozent. RTL 2 als Größter unter den Kleinen kam auf 6,3 Prozent. Dementsprechend teilen sich die beiden großen Vermarkter SevenOne Media und IP Deutschland rund 80 Prozent der TV-Werbegelder auf, etwa 3,5 Milliarden Euro netto.

Die Sender des neuen Joint Ventures von Springer und Viacom liegen deutlich darunter: Viva kam im ersten Halbjahr 2015 bei den jungen Zuschauern im Schnitt auf 0,3 Prozent Marktanteil, Comedy Central auf 0,9. Nickelodeon brachte es auf 1,1 Prozent Marktanteil, N24 auf 1,2 Prozent. Durch das neue Unternehmen kommt weitere Bewegung in den hiesigen TV-Markt, der zu Beginn des Jahres durch die Gründung von Goldbach Germany und das Vermarktungsmandat der AS&S von Mainstream Media bereits einen neuen Impuls erhalten hatte. ire
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