Jeff Bezos Wie die "Washington Post" zum Erfolg zurückfinden soll

Mittwoch, 04. September 2013
Jeff Bezos kaufte die "Washington Post" für 250 Millionen Dollar (Bild: Amazon)
Jeff Bezos kaufte die "Washington Post" für 250 Millionen Dollar (Bild: Amazon)


"Zuerst kommt der Kunde. Sei erfinderisch. Sei geduldig." Laut Jeff Bezos haben diese drei Prinzipien Amazon groß gemacht. Deshalb will er sie auch auf die "Washington Post" anwenden, die der Internetunternehmer Anfang August für 250 Millionen Dollar kaufte. Dann blühe der US-Zeitung womöglich ein neues "Goldenes Zeitalter". "Wir hatten drei große Ideen bei Amazon, denen wir seit 18 Jahren treu geblieben sind, und die sind auch der Grund dafür, dass wir erfolgreich sind: Zuerst kommt der Kunde. Sei erfinderisch. Sei geduldig", erklärte Bezos in seinem Interview mit der Zeitung, die er vor Kurzem kaufte. "Wenn man nun 'Kunde' durch 'Leser' ersetzt, kann diese Herangehensweise auch für die Post erfolgreich sein", so der Amazon-Gründer. Bereits beim Kauf hatte Bezos betont, dass er die "Post" als Privatmann gekauft habe und nicht daran denke, sich in das operative Tagesgeschäft enzumischen. Dieses Vorhaben bekräftigte er erneut: Sein wesentlicher Beitrag werde sein, in Gesprächen mit der Führungsspitze der Zeitung über die künftige Entwicklung "seine Sicht der Dinge" darzulegen.

Wichtig sei es dabei, nicht einfach nur zu überleben, sondern zu wachsen. "Kein Geschäft kann fortdauernd schrumpfen. Das kann nur so lange gehen, bis man irrelevant geworden ist." Gleichwohl sagte Bezos, er habe kein schnelles Rezept für die "Post" parat. Dafür brauche es Zeit, mitunter Jahre: "Man entwickelt Theorien und Hypothesen, aber man weiß nicht, ob die Leser darauf anspringen. Man führt so viele Experimente durch wie möglich", so Bezos. Skeptisch zeigt sich der frisch gebackene Medienunternehmer bezüglich Paywalls: Selbst mit einer Paywall könnten andere Websites Content zusammenfassen und umsonst anbieten.

In den vergangenen zwei Tagen stattete Bezos der "Washington Post" erstmals einen Besuch ab. Auf dem Programm standen Treffen mit Verlegerin Katharine Weymouth und anderem Spitzenpersonal der Zeitung sowie mit den Redakteuren. Außerdem besichtigte Bezos den Newsroom in Washington und die Produktionsstätte in Springfiel, Virginia. ire
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