Jalag "Für Sie"-Chefredakteurin Sabine Fäth vor dem Absprung

Freitag, 08. August 2014
Sabine Faeth (c) Jalag
Sabine Faeth (c) Jalag

Wechselpläne: Sabine Fäth, Chefredakteurin des 14-täglichen Frauenmagazins "Für Sie", steht offenbar vor dem Absprung. Dies erfuhr HORIZONT.NET aus Verlagskreisen. Für den Jahreszeiten Verlag (Jalag) wäre dies keine Petitesse - die "Für Sie" ist der größte Titel des Hauses. Fäth, 47, will das Thema auf Anfrage nicht kommentieren und verweist auf Jalag-Geschäftsführer Ingo Kohlschein. Der will die Informationen nicht bestätigen. (Update: Etwa sechs Stunden später hat der Verlag die Personalie bestätigt - siehe unten.) Als Grund für ihren offenbar bevorstehenden Abgang könnte man unterschiedliche Auffassungen zum künftigen Blattkonzept vermuten. Fäth steht seit Anfang 2011 an der Spitze des Magazins. Damals war sie - zuvor seit 2008 Chefredakteurin der Bauer-Frauentitel "Tina" und "Bella" - zur Jalags "Für Sie" gewechselt, als Nachfolgerin von Ute Kröger, die das Blatt zuvor fast sechs Jahre geführt hatte.

Fäth hat mit "Für Sie" vor über drei Jahren einen Titel übernommen, der da gerade erst (im Februar 2011) einen Relaunch hinter sich hatte. Dieses Projekt war allerdings mehr das Baby des damaligen Jalag-Geschäftsführers Jan Pierre Klage als das der früheren Chefredakteurin Kröger, die das Heft mitten in der heißen Umbauphase verlassen hatte. Kein optimales Timing auch für Nachfolgerin Fäth, zumal Klage-Nachfolger Kohlschein am Klage/Kröger-Heft schnell Korrekturbedarf feststellte, den "Für Sie"-Leserinnen und -Werbekunden aber nicht schon wieder einen Relaunch auf einen Schlag zumuten wollte. Daher hat er Fäth das Magazin lediglich sukzessive überarbeiten lassen.

Zuletzt, im 2. Quartal 2014, verkaufte "Für Sie" pro Ausgabe 335.700 Hefte, das sind 7 Prozent weniger als im Vorjahr, hervorgerufen vor allem durch stark sinkende Einzel- (minus 18 Prozent) und sonstige Verkäufe (minus 30 Prozent). Im Vergleich zum 2. Quartal 2011, zu Fäths Antritt, sanken die Verkäufe um 19 Prozent, wobei die Zahl der Abos stabil blieb. Mit diesen Tendenzen steht "Für Sie" nicht alleine da - bei den 14-täglichen Konkurrentinnen "Brigitte" (G+J) und "Freundin" (Burda) sind manche Minuswerte teils noch größer. rp

Update: Der Jalag hat die Personalie mittlerweile bestätigt. Fäth habe um Auflösung ihres Vertrages bis spätestens Februar 2015 gebeten, heißt es in einer Mitteilung. Sie habe "ausschließlich persönliche Gründe für die Vertragsbeendigung" genannt. Kohlschein, der ihre Entscheidung bedauere, aber respektiere, will die Nachfolgeregelung zeitnah bekannt geben. Bis zum Start des Nachfolgers führe weiter Fäth die Redaktion. Zugleich kündigte der Jalag eine optische Überarbeitung von "Für Sie" zur Ausgabe 19/2014 an, die am 18. August erscheint. Verantwortlich dafür seien Fäth und der neue Art Director Kolja Kahle. Er war zuvor bei "Brigitte" und ersetzt bei "Für Sie" demnach Marion Boehm, die Fäth Ende 2011 geholt hatte.
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