Jahreszeiten Verlag / Medweth-Gruppe Jalag übernimmt Vermarkter Brand Media komplett / Medweth-Titel als Mandanten?

Mittwoch, 26. August 2015
Ingo Kohlschein steigt bei Jalag auf
Ingo Kohlschein steigt bei Jalag auf
Foto: Jahreszeiten Verlag / Andreas Sibler

Nun also doch – aber eben auch (noch) nicht so ganz: Der Jahreszeiten Verlag (Jalag) und die Media Group Medweth dividieren ihre Werbevermarktung ein Stück weit auseinander. Die Mitarbeiter in Hamburg wurden am Nachmittag darüber informiert. Wie geht es nun weiter?

Der Jalag übernimmt die Medweth-Anteile von Brand Media komplett. Das Vermarktungsunternehmen war erst Ende 2011 als 50/50-Joint Venture gegründet worden. Die Kartellämter in Deutschland und Österreich haben die Veränderung bereits genehmigt. Anders als in Medienberichten Anfang des Monats spekuliert, kommt es jedoch vorerst nicht zu einer kompletten Trennung der Partner.

Denn wie aus dem Verlagsumfeld zu hören ist, verhandeln Jalag und die Medweth-Verlage (Madame, Vision Media, Family Media) für deren Massenmarkt-Titel („Familie & Co“, „Jolie“) über die Fortführung der gemeinsamen Vermarktung. Fest steht wohl lediglich bereits, dass Medweths spitz positionierte Coffeetable-Magazine „Intersection“, „Fräulein“ und „Numéro“ künftig nicht mehr von Brand Media vermarktet werden. Damit scheint sich eines der von HORIZONT kürzlich skizzierten Szenarien anzubahnen (Ausgabe 33/2015).

Hintergrund: Beiden Partnern ist seit längerem bewusst, dass es sowohl für Medweths Nischentitel als auch für die Massenmarkt-Hefte von Jalag („Für Sie“, „Petra“) und Medweth das Beste wäre, Erstere separat zu vermarkten. Im Fall einer kompletten Trennung – also auch bei Verzicht auf eine Mandanten-Vermarktung der Medweth-Mainstreamtitel durch Brand Media – würden beide Häuser einzeln im Relevanz-Ranking der Werbekunden abrutschen. Daher ist ein solcher Schritt derzeit unwahrscheinlich. Erst vor kurzem hatte Ingo Kohlschein, Publishing-Vorstand der Jalag-Holding Ganske-Gruppe, dies auch dementiert: Beide Partner führten Gespräche – hierbei gehe es aber um die „gemeinsame Ausrichtung“ des Vermarkters.

Brand-Media-Geschäftsführerin Helma Spieker hat nun den Auftrag, die Strukturen des Vermarkters wieder näher an den Jalag heranzuführen und mit den übrigen Aktivitäten der Hamburger Verlagsholding zu verweben – entsprechend Kohlscheins Strategie, den Jalag als Publikumsmagazinsparte der Gruppe enger mit anderen Ganske-Sparten zu vernetzen, vor allem mit Hoffmann & Campe Corporate Publishing. kl/rp

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