JCDecaux Zurückhaltung trotz solider Unternehmensbilanz

Montag, 29. Juli 2013
Jean-Francois Decaux bleibt optimistisch
Jean-Francois Decaux bleibt optimistisch

Der weltgrößte Außenwerber JCDecaux blickt trotz der herausfordernden weltwirtschaftlichen Lage auf ein profitables erstes Halbjahr zurück. Der Umsatz des französischen Unternehmens, das mit 90,1 Prozent die Mehrheit an der Berliner Wall AG hält, stieg um 1,9 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro gegenüber 1,24 Milliarden Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Nettogewinn kletterte um 5,5 Prozent auf 87,5 Millionen Euro. Laut Vorstandschef und Co-CEO Jean-Francois Decaux hat vor allem das 2. Quartal die eigenen Erwartungen übertroffen. So stieg der Umsatz zwischen April und Juni um 4 Prozent auf rund 698 Millionen Euro. Der organische Umsatz im Kerngeschäft, also die Werbeeinnahmen ohne Umsätze aus Verkauf, Vermietung und Wartung von Stadtmöbeln, wuchs in diesem Zeitraum um 1,7 Prozent. Beim Blick aufs Halbjahr musste JCDecaux allerdings vor allem in Europa Einbußen hinnehmen. Hier ging der Umsatz um 6,1 Prozent auf 356,3 Millionen Euro zurück (I/2012: 379,6 Millionen).

Im Bereich der Stadtmöblierung fiel der Umsatz um 1 Prozent auf 566,4 Millionen Euro gegenüber 572,2 Millionen im 1. Halbjahr 2012. Dabei stiegen die Umsätze im 2. Quartal 2013 um 1,3 Prozent auf 310,7 Millionen Euro, da sich die Hauptmärkte des Unternehmensbereichs gegenüber dem ersten Quartal positiv entwickelt haben.

Weiterhin stark blieb der Bereich der Transportmedien. Hier kletterten die Umsätze im ersten Halbjahr 2013 um 2,8 Prozent auf 464,9 Millionen Euro (I/2012: 452,2 Millionen). Während der asiatisch-pazifische Raum, Großbritannien und Frankreich positive Zahlen vermelden, ging der Segmentumsatz im übrigen Europa vor allem wegen der Nichtverlängerung von Verträgen zurück. Im 2. Quartal 2013 erzielte JCDecaux im Transportsegment einen Umsatz von 258 Millionen Euro (plus 3,7 Prozent).

Von "äußerst schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen" wurde der Bereich der Großflächenwerbung in deren Schwerpunkt Europa beeinträchtigt. Insgesamt stiegen die Umsätze im 1. Halbjahr um 7,6 Prozent auf 232,2 Millionen Euro. Im 2. Quartal verzeichnet der Bereich mit einem Umsatz von 129,1 Millionen Euro ein Plus von 11,5 Prozent.

Das Ergebnis von Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich von 134,8 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2012 um 3,3 Prozent auf aktuell 139,2 Millionen Euro. Der frei verfügbare Cash-Flow lag dagegen nur bei 62,2 Millionen Euro gegenüber 150,3 Millionen Euro im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012. Ursächlich für den Rückgang sind laut JCDecaux höhere Investitionen sowie höhere Steuerzahlungen in mehreren Ländern.

Für das 3. Quartal rechnet Vorstandsvorsitzender Decaux vor allem angesichts anspruchsvollerer Vergleichszahlen mit einem leichten organischen Umsatzrückgang. Im Vorjahreszeitraum hatten die Olympischen Spiele in London dem Geschäft in Großbritannien einen starken Schub verliehen. Optimistisch bleibt Decaux dennoch: "Wir sind gut aufgestellt, um das Wachstum des Werbemarktes zu übertreffen und unsere Führungsposition in der Außenwerbung weiter auszubauen." Die solide Umsatzbilanz sei ein zentraler Wettbewerbsvorteil, der es ermögliche, weiterhin Wachstumschancen zu nutzen. kl
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