Investigativ Georg Mascolo leitet Rechercheteam von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung"

Freitag, 24. Januar 2014
Georg Mascolo
Georg Mascolo


Der frühere "Spiegel"-Chefredakteur Georg Mascolo wird Chef eines gemeinsamen Investigativ-Teams von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung". Er soll die Zusammenarbeit zwischen "SZ" und NDR ausbauen, die um den WDR erweitert wird. Erst Anfang der Woche hatte Axel-Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner ein zunächst eruiertes gemeinsames digitales, investigatives Polit-Magazin abmoderiert. Mascolo war bis April vergangenen Jahres gemeinsam mit Mathias Müller von Blumencron Chefredakteur des "Spiegel". Nach seiner Demission beschäftigte er sich unter anderem mit dem Thema Geheimdienste, traf sich mit dem Whistleblower Edward Snowden und schrieb Beiträge für die " FAZ", das "Handelsblatt" und "Cicero" (hier zur Zukunft des Journalismus).

Zu seiner eigenen beruflichen Zukunft machte er nur vage Angaben, zuletzt im Interview mit dem Magazin "Journalist": "Jetzt geht es zurück in meinen Beruf", sagte er in dem vor wenigen Tagen veröffentlichten Gespräch.

In seinem neuen Job wird Mascolo als Chef des Rechercheverbundes von "SZ", WDR und NDR eng mit Hans Leyendecker zusammenarbeiten, der das Investigativressort der "Süddeutschen Zeitung" leitet. Mascolo: "Ich freue mich, diese außerordentliche Kooperation anzuleiten, und auf die Zusammenarbeit mit so vielen begabten Kollegen." Auch im Radio- und TV-Programm will er präsent sein. Dass NDR und "SZ" nun den WDR als Partner mit an Bord nehmen, könnte auch damit zusammenhängen, dass man sich sonst einen wie Mascolo finanziell nicht hätte leisten können.

Mascolo, Jahrgang 1964, hat TV-Erfahrung: 1988 kam er zur Spiegel-Gruppe - zunächst für Spiegel TV. Hier fiel er vor allem durch seine Berichte über das Ende der DDR und die Wiedervereinigung auf. 1992 wechselte Mascolo zum Nachrichtenmagazin und wurde bald stellvertretender Leiter des Berliner Büros. Die weiteren Stationen beim "Spiegel": Leiter Deutschland-Ressort (2000), politischer Korrespondent in Washington (2004), Leiter Hauptstadtbüro in Berlin (2007). Anfang 2008 wurde er Co-Chefredakteur; Anfang 2011 wurden die Verantwortlichkeiten in Print (Mascolo) und Online (Müller von Blumencron) nach langen Streitigkeiten getrennt. Im Frühjahr 2013 mussten beide ihren Hut nehmen. Müller von Blumencron ist mittlerweile Digital-Chefredakteur der "FAZ". rp

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