Interview Donald Trump nennt "New York Times" ein "Weltjuwel"

Mittwoch, 23. November 2016
Donald Trump steht auf Kriegsfuß mit den Medien
Donald Trump steht auf Kriegsfuß mit den Medien
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Das Verhältnis von Donald Trump zu den Medien bleibt angespannt - in einem Interview mit der "New York Times" bemühte sich der designierte US-Präsident aber sichtlich, die Wogen zu glätten. In dem Gespräch, das nach einem öffentlich ausgetragenen Hickhack am Dienstag doch stattfand, gab sich der Milliardär erstaunlich zahm und milderte zahlreiche umstrittende Aussagen aus dem Wahlkampf wieder ab. Der "New York Times" attestierte er "ein großes amerikanisches Juwel" zu sein.
Im Vorfeld des Interviews hatten sich Trump und die "New York Times" noch in aller Öffentlichkeit beharkt: Am Dienstagsmorgen sagte der Milliardär das Treffen mit dem Herausgeber und mehreren Reportern zunächst ab. Trump begründete das auf Twitter damit, dass die Bedingungen des Treffens kurzfristig geändert worden seien. Das sei "nicht nett". Trumps Team hatte das Treffen selber vorgeschlagen.
Das Gespräch fand schließlich doch statt - und Donald Trump überraschte die Reporter der "New York Times", die sich im Wahlkampf klar gegen den Republikaner positioniert hatten, mit einem sehr zurückhaltenden Auftritt. Der designierte Präsident schien stark darum bemüht zu sein, umstrittene Aussagen aus dem Wahlkampf abzumildern. Die Journalisten der Zeitung bescheinigten dem 70-jährigen einen erkennbaren Eifer, seinem Publikum zu gefallen. Inhaltlich äußerte sich Trump einmal mehr sehr vage und relativierte viele seiner umstrittenen Aussagen aus dem Wahlkampf.

Für die "New York Times", im Wahlkampf noch das Lieblingsfeindbild des Milliardärs, fand er sogar lobende Worte. Zwar sei er von der Zeitung im Wahlkampf ungerecht behandelt worden, er wolle das Verhältnis zu der Zeitung aber verbessern. Das würde seine Arbeit einfacher machen.
Er lese die "NYT" - "unglücklicherweise". Er würde wohl 20 Jahre länger leben, wenn er es nicht täte, twitterte eine anderer Mitarbeiter der Zeitung einen Teil des Gesprächs. Er habe großen Respekt vor der "NYT", auch wenn er hart behandelt worden sei. Schließlich bezeichnete Trump die Zeitung sogar als "großes amerikanisches Juwel - ein Weltjuwel".
Bei  einem vertraulichen Treffen mit Vertretern der großen TV-Networks, das am Montag stattfand, trat Trump indes unversöhnlich auf. Er sei sehr wütend gewesen, zitieren US-Medien wie der "New Yorker" Teilnehmer. Er habe gesagt, am Schlimmsten seien die Sender CNN und NBC, sie seien Lügner, er hasse CNN. Man sei in einem Raum voller Lügner, mit hinterlistigen, unaufrichtigen Medien. NBC habe er gefragt, warum sie von ihm immer ein so hässliches Foto mit einem Doppelkinn zeigten.

"Es war ein totales Desaster", zitierte die "New York Post" einen Teilnehmer. Kellyanne Conway aus Trumps Team zeichnete ein anderes Bild des Gesprächs. Man habe sich in herzlicher Atmosphäre konstruktiv ausgetauscht. dh, mit Material von dpa
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