Instagram mit neuer Suchfunktion Wie die Bilder-App zum Echtzeit-Medium werden will

Mittwoch, 24. Juni 2015
Instagram-Nutzer können nun auf einer Seite nach Hashtags, Personen und Orten suchen
Instagram-Nutzer können nun auf einer Seite nach Hashtags, Personen und Orten suchen
Foto: Instagram

Mit der Version 7.0, die ab sofort im App Store und bei Google Play verfügbar ist, bekommen Instagram-Nutzer erweiterte Suchmöglichkeiten. Hashtags, Personen und Orte können nun auf einer einzigen Seite durchforstet werden. Hinzu kommt ein weiteres Feature - vorerst allerdings nur in den USA: Künftig zeigt Instagram den App-Nutzern in der Suche aktuelle Trends zu Orten, Ereignissen oder Themen an.
Deutsche Instagram-Nutzer können derzeit nur einen Teil der erweiterten Suche nutzen. Wer in der Hashtag-Suche etwa "#canneslions" eingibt, dem zeigt die App die neuesten Instagram-Posts von dem Kreativfestival. Einmal auf den "Zurück"-Button geklickt, kann man anschließend in der Orte-Suche beispielsweise "Croisette" eingeben - auch dort bietet sich einem ein Panorama der Cannes Lions. Das Stöbern wird auf diese Weise in der Tat ein wenig leichter. US-Instagrammern, die nach dem Update auf die neueste Version die Suche öffnen, bietet sich bereits jetzt ein komplett anderes Bild: Die App zeigt automatisch bestimmte Trendthemen an, beispielsweise #Fathersday. Die Nutzer können dann die neuesten oder wichtigsten Bilder zu dem jeweiligen Thema durchforsten. Nach etwas Finetuning wolle man das Feature auch in andere Teile der Welt bringen, heißt es in einem offiziellen Blogpost.
In den USA können Instagrammer bereits Trends durchforsten
In den USA können Instagrammer bereits Trends durchforsten (Bild: Instagram)


Die Richtung ist klar: Instagram will zu einem Echtzeit-Medium werden, das den Menschen Themen anzeigt, die dann wichtig sind, wenn der Nutzer die App verwendet. "Die Menschen sind hungrig nach dem, was jetzt gerade in der Welt passiert", formulierte es der Instagram-CEO und Co-Gründer Kevin Systrom gegenüber dem "Wall Street Journal". Die Nutzer über aktuelle Themen auf dem Laufenden zu halten sei etwas, worin soziale und traditionelle Medien miteinander konkurrierten.

„Die Menschen sind hungrig nach dem, was jetzt gerade in der Welt passiert.“
Kevin Systrom
Mit 70 Millionen Bildern, die täglich auf Instagram hochgeladen werden, macht eine derartige Filterfunktion durchaus Sinn. Aus Sicht der Facebook-Tochter dürfte es aber auch darum gehen, die Abbildung aktueller Trends nicht alleine Twitter zu überlassen. Der 140-Zeichen-Dienst bündelt bereits jetzt die wichtigsten bzw. aktuellsten Tweets, Accounts sowie Fotos und Videos zu einem bestimmten Thema. Diese Bündelungs-Funktion will Twitter mit dem kürzlich verkündeten Projekt "Lightning" zu sogar ausbauen.

Facebook hatte Twitter mit der Einführung von Hashtags und Trending Topics bereits angegriffen. Instagram mit seinen mehr als 300 Millionen Nutzern könnte Twitter zumindest bei der Suche nach den schönsten Bildern das Wasser abgraben. Instagram gilt bereits jetzt als das beliebteste Sammelbecken für Schnappschüsse aller Art - und mit der Verbesserung und Weiterentwicklung der mobilen Screens wird das visuelle Erlebnis immer wichtiger.

Instagram Grafik
Bild: JUNGMUT Communication

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Nicht zuletzt wird Instagram darauf bedacht sein, noch attraktiver für Werbekunden zu werden. Erst kürzlich wurde die Werbe-Plattform der Bilder-App für alle Unternehmen geöffnet, nachdem es Pilotprojekte mit Kunden wie Samsung oder Amazon gab. Die Abbildung von Echtzeit-Themen dürfte neue Vermarktungsmöglichkeiten eröffnen. Unternehmen könnten die Nutzer beispielsweise mit Markenbotschaften ansprechen, die auf ein aktuelles Thema abzielen.

Ähnlich geht auch die Shooting-Star-App Snapchat vor. Dort gibt es das Feature "Stories", wo Posts und Videos zu einem bestimmten Thema gebündelt werden. Auch hier sollen Werbungtreibende zunehmend aktiv werden, wenn es nach Gründer Evan Spiegel geht. Allerdings setzt Snapchat bei der Bündelung von Nutzer-Beiträgen nicht allein auf die Macht des Algorithmus - hierfür sind Redakteure verantwortlich. Ob bei Instagram auch teilweise händisch ausgewählt wird, um beispielsweise unangemessene Beiträge herauszufiltern, konnte bislang nicht in Erfahrung gebracht werden. ire

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