Infokampagne DDOW klärt erneut über nutzungsbasierte Online-Werbung auf

Donnerstag, 10. September 2015
DDOW-Sprecher und BVDW-Präsident Matthias Wahl will Nutzer über OBA aufklären
DDOW-Sprecher und BVDW-Präsident Matthias Wahl will Nutzer über OBA aufklären
Foto: BVDW

Zwei Jahre nach einer ersten Infokampagne zu nutzungsbasierter Onlinewerbung - auf englisch "Online Behavioral Advertising" (OBA) - geht der Deutsche Datenschutzrat Online-Werbung (DDOW) in die Verlängerung. Seit dieser Woche läuft ein neuer Auftritt, der Nutzer aufklären und ein Bewusstsein für die Notwendigkeit von Internetwerbung schaffen soll. Die Kampagne ist Teil einer gesamteuropäischen Informationsinitiative.

"Im Vergleich zu 2013 hat die öffentliche Debatte über Datenschutz an Schärfe gewonnen, oft ist sie unsachlicher geworden. Das hat nachvollziehbare Gründe wie etwa den NSA-Skandal oder die Diskussionen um die europäische Datenschutzgrundverordnung", begründet Matthias Wahl, Präsident des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) und gleichzeitig Sprecher des DDOW, die Neuauflage der Kampage. Bei den Bürgern gebe es deshalb nach wie vor ein großes Bedürfnis, informiert und aufgeklärt zu werden. "Oft ist das Bewusstsein, wie wichtig effektiv und effizient betriebene Werbung für die Finanzierung der Angebotsvielfalt im Internet ist, bei den Usern völlig unterentwickelt", so Wahl. Kernelement ist das europaweit einheitliche Piktogramm zur Kennzeichnung entsprechender Online-Anzeigen. Klickt der User auf das jeweilige Piktogramm am Werbemittel oder auf der Webseite, erfährt er, welche Dienstleister hinter der Datenerhebung und -nutzung stehen. Auf einer anbieterübergreifenden Webseite können Nutzer zudem den Einsatz von OBA steuern und die Datenerhebung hierüber abschalten. Im europäischen Vergleich nutzen zwischen drei bis sechs Prozent der Menschen diese Möglichkeit. Das zeige, dass Nutzer, die sich mit dem Thema beschäftigen, damit auch sehr souverän umgehen, sagt Wahl.
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Die Kampagne, gestaltet von Mediacom Beyond Advertising in London, soll deutlich über 100 Millionen Mal ausgeliefert werden und umfasst ein Brutto-Mediavolumen von etwa 1,5 Millionen Euro. Zielgruppe sind vor allem Nutzer, die Werbung gegenüber aufgeschlossen, im Hinblick auf die Nutzung von Daten aber unsicher sind. Wahl: "Das Ziel ist Information, denn nur informierte Nutzer sind in der Lage den Wert von nutzungsbasierter Werbung zu erkennen und eigenverantwortlich damit umzugehen." Getragen wird die Aufklärungsinitiative von einem Großteil der Unternehmen aus dem Onlinevermarkterkreis OVK. fam

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