"Impulse" Neuausrichtung geht trotz roter Zahlen weiter

Freitag, 27. Februar 2015
"Impulse"-Chefredakteur und -Verleger Nikolaus Förster
"Impulse"-Chefredakteur und -Verleger Nikolaus Förster
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Dirk Möhrle Stephan Kowalski


Nicht bange machen lassen: Im zweiten Jahr nach seinem mutigen Management-Buy-out muss Nikolaus Förster, Geschäftsführender Gesellschafter und Chefredakteur des früheren G+J-Mittelstandsmagazins „Impulse“, nun rote Zahlen vorlegen – und das nach dem kleinen Gewinn im ersten Jahr der Selbstständigkeit. Doch ruhig schlafen dürfte er trotzdem.

Der Umsatz im Hause „Impulse“ sank 2014 gegenüber 2013 um 15 Prozent auf 4,4 Millionen Euro, der Vorsteuerverlust betrug 461.000 Euro, der Jahresfehlbetrag (nach Steuern) 421.000 Euro. Als Gründe nennt Förster den Verzicht auf größere Projekte (Sonderheft „Impulse Wissen“, Franchise-Ranking, Vermarktung von Siegeln), aber auch geringere Vertriebserlöse – wohl durch einen Rückgang voll bezahlter Abos – und, auf der Aufwandsseite, Investitionen in Digitalisierung und Personal. Vor zwei Jahren beschäftigte der Verlag 20 Festangestellte, nun sind es 40. „Wir glauben daran, dass es sich positiv auf die Firmenkultur und die Qualität auswirkt, wenn man gute Mitarbeiter mit festen Stellen an sich bindet“, so der Verlagschef.

„Unser Finanzpolster erlaubt es uns, diese Verluste aufzufangen und unsere Strategie weiter voranzutreiben“, sagt Förster: „Wir streben nicht kurzfristige Profite an, sondern bauen den Verlag so um, dass sich unsere Premiumstrategie auf Dauer auszahlt.“ Als unabhängiger Mittelständler wolle man sich weiter „von überkommenen Verlagsrezepten“ lösen und ein „nachhaltig profitables Geschäftsmodell“ etablieren.

Das Startpolster stammt vom potenten Mitgesellschafter, dem Unternehmer Dirk Möhrle (bis 2005 Chef und Miteigentümer der Baumarktkette Max Bahr), der einen zweistelligen Minderheitsanteil hält. Aber auch Möhrle möchte bei „Impulse“ dauerhaft wohl kein Geld versenken: „Ich bin zuversichtlich, dass die strategische Neuausrichtung sich auszahlen wird.“

Genau die will Förster fortsetzen: Im März startet die Tochterfirma Impulse Akademie regelmäßige Seminare für Unternehmer und Gründer zum Thema „Erfolgsbilder“. Zum Co-Geschäftsführer wurde der Hamburger Unternehmer Stephan Kowalski berufen. Förster bezeichnet die Akademie als „weiteren Schritt, ,Impulse‘ als Netzwerk zu positionieren“.

Bereits im vergangenen Jahr hat der junge Verlag die letzten Verbindungen zu G+J gekappt: Die Werbevermarktung wurde neu vergeben – Print an den Verlag Inspiring Network („Emotion“), Digital an Business Advertising –, ebenso der Einzelverkauf (an Stella Distribution). Den Abo-Vertrieb samt Kundenbetreuung hat „Impulse“ selbst übernommen, statt dies externen Call-Centern zu überlassen. Außerdem verzichtet der Verlag seitdem bekanntlich auf Lockangebote, Abo-Prämien und -Mindestlaufzeiten.

Der Erfolg ist bis jetzt durchwachsen: Die Zahl der voll bezahlten Abos sank im 4. Quartal 2014 gegenüber Vorjahr um 20 Prozent auf 20.082 Stück. Nur dank einer Ausweitung der Mitglieder-Abos um 12,3 Prozent auf 28.684 Stück konnte das gesamte Abo-Minus auf knapp 4 Prozent (auf insgesamt 48.766 Stück) beschränkt werden. Inklusive Einzelverkauf (1.284 Stück), Lesezirkel-, Bord- und Sonstigen Exemplaren verkauft „Impulse“ jeden Monat 73.670 Hefte (plus 1,65 Prozent). rp

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