IVW Wie der "Spiegel" seine Auflage mit E-Paper-Exemplaren stabilisiert

Montag, 21. Juli 2014
"Der Spiegel" konnte seine Sonstigen Verkäufe im 2. Quartal pushen (Foto: Pressekatalog)
"Der Spiegel" konnte seine Sonstigen Verkäufe im 2. Quartal pushen (Foto: Pressekatalog)

Die Nachrichtenmagazine haben im 2. Quartal 2014 im Vorjahresvergleich erneut an Auflage verloren. Der "Spiegel" jedoch gerade mal um 0,55 Prozent und damit deutlich weniger als die Konkurrenz. Warum? Die Hamburger haben ihre Sonstigen Verkäufe vor allem durch die dieses Jahr erstmals ausgewiesenen E-Paper-Exemplare deutlich gepusht - um sage und schreibe 329,79 Prozent. Damit stiegen die Sonstigen Verkäufe um 25.061 Exemplare, die gesamte verkaufte Auflage blieb dadurch relativ stabil bei 874.111 Stück. Ohne den Zuwachs der Sonstigen Verkäufe, in denen Exemplare erfasst werden, die zu einem Preis unterhalb des regulären Copy-Preises verkauft werden, müsste auch der "Spiegel" ein deutlich höheres Minus hinnehmen und zwar von 3,4 Prozent.

Im Vergleich zu den Rückgängen von "Focus" und "Stern" wäre das allerdings immer noch das Geringste: Bei Hubert Burdas "Focus" lag das Minus im vergangenen Quartal bei 8,05 Prozent. Das Nachrichtenmagazin landet damit unterhalb der Marke von einer halben Million verkauften Exemplaren. Im Gegensatz zum "Spiegel" hat "Focus" die Sonstigen Verkäufe jedoch zurückgefahren und zwar von 21.177 auf 7796 Exemplare. Die E-Paper-Ausgaben von 2190 Stück werden beim "Focus" in der normalen Abo-Auflage erfasst.

Gruner + Jahrs "Stern" büßt 7,05 Prozent ein und kommt damit auf 756.659 Exemplare. Doch auch die Hamburger haben im 2. Quartal deutlich weniger Sonstige Verkäufe gemeldet. Statt 25.795 Exemplaren vor einem Jahr sind es nun noch 4149 Stück. E-Paper weist der "Stern" nicht aus.

Unterm Strich mussten die meisten Magazine in der IVW im 2. Quartal wieder Auflagenrückgänge hinnehmen. Vor allem Technologiezeitschriften und viele Programmies leiden darunter, dass die Leser diese Informationen vermehrt im Internet suchen. Zu den Gewinnern gehören dagegen Titel für die weiblichen Zielgruppen.

Die Tageszeitungen liegen ebenfalls im Minus. Axel Springers "Bild" verkauft inklusive der in Berlin und Brandenburg vertriebenen "B.Z." rund 2,44 Millionen Exemplare - ein Minus von 8,03 Prozent. Die "Süddeutsche Zeitung" verliert 5,1 Prozent und landet bei 397.033 verkauften Exemplaren. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" gibt von montags bis samstags um 8,2 Prozent auf 306.779 Stück nach. Springers "Welt" und "Welt Kompakt", die ebenfalls nur gemeinsam mit Anzeigen belegt werden können, verlieren montags bis freitags 8,5 Prozent (208.045 Exemplare).
Meist gelesen
stats