IVW IV/2016 Frauentitel und große Zeitungen im Minus / „Handelsblatt“ mit E-Paper-Abos im Plus

Sonntag, 22. Januar 2017
Viele Printtitel rutschen ins Minus
Viele Printtitel rutschen ins Minus
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IVW Frauentitel Handelsblatt BamS FAS Der Spiegel


Kein schönes Wochenende – oder Wochenstart: Einmal mehr veröffentlichte die IVW am aufmerksamkeitsschwachen späten Freitagnachmittag die Auflagenzahlen, diesmal fürs 4. Quartal 2016. Es regiert mal wieder das Minus. Aber ein paar Gewinner gibt es trotzdem.

Bei den großen Wochentiteln büßt „Bild am Sonntag“ im Vergleich zum Vorjahr vor allem wegen gesunkener Einzelverkäufe (EV) 11 Prozent ihrer Gesamtabsätze ein und landet Ende 2016 bei 930.232 Heften. Auch „Welt am Sonntag“ (minus 5 Prozent auf 381.282 Stück) und „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (minus 6 Prozent auf 263.667 Hefte) lassen am siebten Tag der Woche Federn.

Mit einem moderaten Minus von 2 Prozent (im EV minus 4 Prozent) ist der „Spiegel“ davongekommen. Anders als der „Stern“, den ein 11-Prozent-Minus auf 643.650 Hefte drückt – wegen gesunkener EV, vor allem aber wegen einer massiven Reduzierung der Bord- und Lesezirkelstücke. Die „Zeit“ gleicht gesunkene Abos (minus 2 Prozent) und EV (minus 8 Prozent) durch höhere sonstige Verkäufe aus und erreicht 504.331 verkauften Heften (minus 2 Prozent). Der „Focus“ bleibt bei Abo und EV fast stabil; weniger Bord- und sonstige Verkäufe senken die Gesamtverkäufe dennoch auf 480.339 Stück (minus 4 Prozent).

Bei den großen Tageszeitungen weisen zwei Titel stabile Zahlen aus: Die „Süddeutsche Zeitung“ kann sinkende Abos durch steigende EV fast wettmachen und landet bei 348.911 Heften (minus 1 Prozent). Allerdings gab es hier eine Änderung der Remissionszurechnung; die zuletzt steigende EV-Zahl ist also mit Vorsicht zu genießen. Das „Handelsblatt“ erzielt durch höhere E-Paper-Abos (wohl meist im Rahmen von Firmenpaketen) und mehr sonstige Verkäufe ein Gesamtplus von 2 Prozent auf 125.600 Hefte.

„FAZ“ (Gesamtabsatz: 246.804 Stück) und „Welt“ (182.079 Hefte) mildern durch steigende Bord- und sonstige Verkäufe ihre Minusraten auf 5 beziehungsweise 3 Prozent. „Bild“ verliert 10 Prozent und verkauft täglich 1,8 Millionen Exemplare.

Als große prozentuale Verlierer fallen unter den auflagenstarken Zeitschriften Frauentitel auf, vor allem „Jolie“, die wegen massiv gesunkener EV und Bordexemplare mit nun 146.508 Heften ein Minus von 32 Prozent verbucht. Ebenfalls deutlich unter Vorjahr: „Meins“ (minus 28 Prozent auf 115.434 Stück) – jedoch mit einem von monatlich auf 14-täglich verdoppelten Takt –, „Grazia“ (wegen gesunkener EV, Bord- und sonstiger Verkäufe trotz 9-Prozent-Abo-Plus ein 23-Prozent-Gesamtminus auf 105.761 Hefte), „Freundin“ (wegen gesunkener EV- und Bordexemplare ein 22-Prozent-Minus auf 268.347 Stück), „Closer“ (wegen sinkender EV und Lesezirkel ein Minus von 20 Prozent auf 122.800 Hefte) und „Petra“ (wegen massiver EV-Rückgänge ein Gesamtminus von 20 Prozent auf 132.933 Stück).

Absolut gesehen führen wegen ihrer nach wie vor riesigen Auflagen die Programmies das Ranking mit den größten Stückverlusten an, etwa „TV Movie“ (prozentual sind es minus 9 Prozent auf 995.564 Hefte), „TV Spielfilm“ (minus 8 Prozent auf 808.493 Exemplare), „Hörzu“ (1 Millionen Hefte) und „TV 14“ (2,3 Millionen) mit jeweils minus 4 Prozent. Ein paar Billig-Programmies schaffen dagegen Zuwächse: „TV für mich“ (plus 7 Prozent auf 381.405 Stück), „TV Pur“ (plus 5 Prozent auf 574.949 Hefte) und – auf bereits hohem Niveau – „TV Direkt“ mit einem 1-Prozent-Plus auf 1,1 Millionen Verkäufe.

Gewinner in anderen Zeitschriftengattungen gibt es auch: Das Billigblatt „Freizeit Exklusiv“ legt um 85 Prozent auf 143.748 Hefte zu (wohl auch wegen der Halbierung der Frequenz auf monatlich), der „Landlust“-Abklatsch „Landidee“ wuchs um 23 Prozent auf 322.829 Hefte (wohl zulasten des Originals, das 7 Prozent einbüßt und bei 977.077 Heften landet). Auch die „Auto Zeitung“ gibt Gas – um 9 Prozent auf 173.321 Stück. rp

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