IVW I/2016 Auflagen von "Spiegel", "Welt" und "Bild" brechen zweistellig ein

Mittwoch, 20. April 2016
Viele Zeitschriften müssen weiter mit sinkenden Auflagen leben
Viele Zeitschriften müssen weiter mit sinkenden Auflagen leben
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Mit teils moderaten, teils deutlicheren Rückgängen der Gesamtverkäufe sind die großen Magazine und Zeitungen ins neue Jahr gestartet. Krasse Einbrüche der Einzelverkäufe gab es vor allem in zwei Fällen – doch dafür gibt es eine Erklärung.

Die aktuellen Quartalszahlen der IVW haben für viele der großen Magazine und Zeitungen erneut keine guten Nachrichten gebracht. So ist die verkaufte Auflage des "Spiegel" im 1. Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,2 Prozent auf 793.087 Exemplare eingebrochen. Vor allem der Einzelverkauf war erneut stark rückläufig (-18,4 Prozent). Die verkaufte Auflage des "Focus" ging um 8,2 Prozent auf 474.285 Exemplare zurück. Auch hier hat der auf durchschnittlich nur noch 63.027 Exemplare abgesackte Einzelverkauf (-25,1 Prozent) stark zu dem Minus beigetragen. Der "Stern" gab bei seinen Gesamtverkäufen um 4,6 Prozent auf 719.290 Stück nach, konnte seine Abos aber immerhin um 7,4 Prozent steigern - zum Einzelverkauf des "Stern" später mehr.

Auch bei den überregionalen Zeitungen dominieren die roten Zahlen: Deutlich nach unten ging es erneut für "Die Welt" ("Welt" + "Welt Kompakt"), deren verkaufte Auflage auf 180.059 Exemplare gesunken ist (-10,5 Prozent). Der Einzelverkauf spielt für die Tageszeitung von Axel Springer kaum noch eine Rolle. Am Kiosk gingen im Schnitt lediglich noch 12.511 Exemplare über die Ladentheke - ein heftiges Minus von 43 Prozent.
People Deutschland
Bild: Bauer Media Group

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Auch die "Bild" muss weiter mit sinkenden Auflagen leben: Die verkaufte Auflage der Boulevardzeitung (inkl. "B.Z.") sank zum zweiten Mal in Folge unter die Marke von 2 Millionen Exemplaren und lag im 1. Quartal bei 1.997.319 Exemplaren - ein Minus von 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Während die IVW-Auflage der "Zeit" im 1. Quartal minimal auf 507.159 Exemplare stieg, sank die der "Süddeutschen Zeitung" (Montag bis Samstag) gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent auf 382.051 Hefte. Heftig traf es die "FAZ" (minus 8,9 Prozent auf 252.700 Hefte) und die "FAS" (minus 11,7 Prozent auf 254.300 Stück). Grund für die massiven Rückgänge hier waren vor allem Bereinigungen wenig rentabler Verkaufskanäle – denn die Minuszahlen bei Abo und Einzelverkauf fallen geringer aus.

Gegen den allgemeinen Trend zulegen konnte einmal mehr das "Handelsblatt", das seine verkaufte Auflage um 1,5 Prozent auf 123.739 Exemplare steigern konnte. Neben den Abos (85.046 Ex./+0,6 Prozent) stieg allerdings auch die Zahl der Bordexemplare auf 24.733 Exemplare (+8,8 Prozent).

Bei den starken Einbrüchen im Einzelverkauf des "Stern" (-22,5 Prozent) und der "SZ" (-15,5 Prozent) sind IVW-meldetechnische Verwerfungen zu beachten, die sich im Laufe des Jahres wieder ausgleichen: Beim "Stern" waren die Abverkäufe im Vorjahresquartal durch die Wiederauslieferung der Germanwings-Ausgabe nach oben verzerrt worden; ohne diesen Effekt läge das Kioskminus jetzt bei "nur" 13 Prozent. Die "SZ" hat derweil ihre Remissionen anders zugeordnet; sonst wären es nun nur minus 6 Prozent.

Der interessanteste IVW-Newcomer im Berichtsquartal ist Bauers im März 2015 gestartetes Wochenmagazin "People", das 119.018 verkaufte Hefte meldet, davon allerdings weniger als die Hälfte "hart". Ebenfalls neu in der offiziellen Statistik ist Gruner + Jahrs monatlicher Rezepte-Titel "Chefkoch" (Start 2013) mit 114.537 verkauften Exemplaren, davon 89.880 im Einzelverkauf und 23.838 im Abo. In den Online-Mediadaten war zuletzt als verkaufte Auflage als Verlagsangabe 120.000 Stück vermerkt. rp/dh

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