IVW 4/2013 Große Tageszeitungen bereinigen Auflagen weiter

Dienstag, 21. Januar 2014
Die Auflagen der überregionalen Tageszeitungen sind weiter rückläufig
Die Auflagen der überregionalen Tageszeitungen sind weiter rückläufig


Nicht nur bei den Zeitschriften dominieren beim Blick auf die IVW-Statistik für das 4. Quartal 2013 die roten Zahlen. Auch bei den überregionalen Tageszeitungen setzte sich der Abwärtstrend im vergangenen Quartal fort. Auffällig ist, dass alle Blätter die Zahl der Bordexemplare und sonstigen Verkäufe erneut reduziert haben. Am stärksten hat das "Handelsblatt" seine Auflage bereinigt: Die Zahl der Bordexemplare wurde um fast ein Drittel reduziert, die sonstigen Verkäufe gar um zwei Drittel eingedampft. Dafür konnte die Wirtschaftszeitung die Zahl der Abonnenten um 1,42 Prozent auf 82.260 ausbauen. Unter dem Strich verkaufte das "Handelsblatt" im 2. Quartal 2013 115.345 Exemplare - ein Minus von 16,81 Prozent. Allerdings kann der Verlag bei Werbekunden nun mit einem höheren Anteil der "harten Auflage" argumentieren.

Auch die "Frankfurter Allgemeine" hat ihre Auflage wie schon im vorangegangenen Quartal weiter bereinigt: Die Zahl der Bordexemplare wurde um weitere 12 Prozent reduziert, die Sonstigen Verkäufe um fast 30 Prozent zurückgefahren. Die Zahl der Abonnenten sank vergleichsweise gering um 2,5 Prozent. Insgesamt lag die verkaufte Auflage der Frankfurter Tageszeitung im 4. Quartal im Schnitt bei 329.705 Exemplaren - ein Minus von 6,6 Prozent.

"Die Welt" ("Die Welt" + "Welt Kompakt") hat ebenfalls bei den Sonstigen Verkäufen den Rotstift angesetzt, die um 42 Prozent reduziert wurden. Die Bordexemplare wurden leicht um 4 Prozent reduziert, machen mit 66.777 Exemplaren aber immer noch einen nicht unwesentlichen Teil der Auflage aus. In den harten Kategorien Abo und Einzelverkauf büßte die "Welt" jeweils rund 4 Prozent ein. Unter dem Strich sank die verkaufte Auflage der Tageszeitung von Axel Springer um 11,47 Prozent auf 222.722 Exemplare.

Die "Süddeutsche Zeitung" konnte ihre Auflage vergleichsweise stabil halten: Eine verkaufte Auflage von 400.647 Exemplaren bedeuten ein Minus von 2,71 Prozent. Die Zahl der Abos sank um 2,6 Prozent, der Einzelverkauf ging um rund 4 Prozent zurück. Auch die Münchner Tageszeitung reduzierte die Bordexemplare und Sonstigen Verkäufe, wenn auch nur um vergleichsweise wenige Exemplare.

Die auflagenstärkste deutsche Tageszeitung ist und bleibt die "Bild", auch wenn das Boulevardblatt von Axel Springer erneut kräftig verlor: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank die Auflage der Kaufzeitung um 8,2 Prozent auf 2.313.377 Exemplare. dh
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