IVW 3/2015 "Handelsblatt" legt als einzige überregionale Zeitung zu / Nachrichtenmagazine rutschen ab

Dienstag, 20. Oktober 2015
Die Auflagen der großen Tageszeitungen gehen weiter zurück
Die Auflagen der großen Tageszeitungen gehen weiter zurück
Foto: Bild: Fotolia

Die großen überregionalen Tageszeitungen müssen weiter mit sinkenden Auflagen leben. Das geht aus den aktuellen Auflagenzahlen der IVW für das 3. Quartal hervor. Allein das "Handelsblatt" kann sich dem allgemeinen Abwärtstrend entziehen. Bei den Nachrichtenmagazinen geht es weiter bergab.
Die Wirtschaftszeitung verkaufte von Juli bis September dieses Jahres im Schnitt 120.013 Exemplare pro Ausgabe - ein Plus von 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Abos stieg geringfügig auf 81.840 Exemplare (+0,4 Prozent), der Einzelverkauf blieb weitgehend stabil. Die Gesamtauflage wurde durch mehr Bordexemplare und Sonstige Verkäufe leicht nach oben korrigiert. Die "Frankfurter Allgemeine" hat ihre Bordexemplare dagegen rigoros eingedampft und um rund 60 Prozent reduziert. Das schlägt spürbar auf die verkaufte Auflage durch, die um rund 13,5 Prozent auf 264.628 Exemplare sinkt. Allerdings gingen auch die Abos und der Einzelverkauf zurück: Die Zahl der Abos sank im vergangenen Quartal um 5,7 Prozent auf 191.328 Exemplare, der Einzelverkauf ging um 11,2 Prozent auf 40.032 Exemplare zurück.

Die "Süddeutsche Zeitung" verzeichnet unter dem Strich ein moderates Minus von 2,0 Prozent auf 372.211 Exemplare - wohl vor allem dank der steigenden Wochenend-Abos. Die Gesamtzahl der Abonnements blieb mit 258.182 Exemplaren weitgehend stabil. Der Einzelverkauf war dagegen ebenfalls rückläufig und lag noch bei 55.633 Exemplaren (-7,6 Prozent).

Einen regelrechten Absturz im Einzelverkauf muss "Die Welt" verkraften: Die Tageszeitung von Axel Springer verlor am Kiosk fast 30 Prozent, auch die Zahl der Abos ging um 10,6 Prozent auf 87.513 Exemplare zurück. Eine Ausweitung der Bordexemplare und Sonstigen Verkäufe verhinderte unter dem Strich Schlimmeres, insgesamt gibt die verkaufte Auflage um 5 Prozent auf 192.396 Exemplare nach.

Die linksalternative "taz" konnte im Einzelverkauf um knapp 8 Prozent zulegen, die Zahl der Abos sank dagegen um 6,2 Prozent auf 6.425 Exemplare. Insgesamt ging die verkaufte Auflage der "tageszeitung" um 7 Prozent auf 8.202 Exemplare zurück.

Nachrichtenmagazine rutschen weiter ab

Ein Minus jagt das nächste - auch in der Gruppe der Nachrichtenmagazine. In den Auflagenzahlen der IVW für das 3. Quartal 2015 verlieren alle großen Titel im Segment im mittleren einstelligen Prozentbereich, lediglich der "Spiegel" performt am Kiosk besser als seine Konkurrenz. Rot bleiben die Zahlen trotzdem. Zwar bleibt der Hamburger Titel mit 830.349 verkauften Exemplaren im 3. Quartal des Jahres Tabellenführer unter den Nachrichtentiteln, muss aber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dennoch ein Minus von 5,46 Prozent verschmerzen. 249.482 Ausgaben des "Spiegel" gingen über den Ladentisch, im Einzelverkauf schlägt dementsprechend ein Minus von 4,38 zu Buche. Die Zahl der Abos sank von 411.038 im 3. Quartal 2014 auf aktuell 385.815 Exemplare – ein weiteres Minus von 6,14 Prozent.

Der "Stern" kann 734.859 verkaufte Ausgaben und damit 5,25 Prozent weniger als im Vorjahresquartal vermelden. Richtig schlecht ist die Performance des Titels aus dem Haus Gruner + Jahr allerdings am Kiosk, vor allem im Vergleich zur Konkurrenz aus Hamburg und München: 208.889 "Stern"-Exemplare fanden ihre Käufer an der Ladentheke – 11,60 Prozent weniger als im 3. Quartal 2014. Bei den Abos büßt das G+J-Flaggschiff 5,3 Prozent ein und schickt 203.848 Exemplare ins Land.

Auch der "Focus" rutscht im 3. Quartal wieder in die roten IVW-Zahlen. Die München verkaufen 500.480 Exemplare und damit 2,57 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (III/2014: 513.707 Stück). Hoch einstellig fällt auch das Minus im Einzelverkauf aus: Nur 75.947 Stück des „Focus“ gingen in den vergangenen Monaten über die Ladentheke – ein Minus von 9,38 Prozent. Im Gegensatz dazu halten sich die Abozahlen, die derzeit bei 182.538 liegen, nahezu stabil (-0,11 Prozent). dh/kan

Meist gelesen
stats