IVW 3/2013 "Spiegel", "Stern" und "Focus" weiter klar im Minus

Freitag, 18. Oktober 2013
Der "Focus" verlor im Einzelverkauf rund 30 Prozent
Der "Focus" verlor im Einzelverkauf rund 30 Prozent

Auch im dritten Quartal 2013 ist den großen Wochenmagazinen der erhoffte Befreiungsschlag nicht geglückt: "Spiegel", "Stern" und "Focus" liegen in den harten Kategorien Abonnement und Einzelverkauf durchweg deutlich im Minus, die Kioskverkäufe des "Focus" gingen sogar um knapp ein Drittel zurück. Nur durch eine massive Ausweitung der Sonstigen Verkäufe konnten die Verlage größere Auflagenverluste verhindern. Die stärksten Verluste musste im dritten Quartal der "Focus" verkraften, dessen verkaufte Auflage von 566.414 im Vorjahreszeitraum auf 530.931 Exemplare sank - ein Minus von 6 Prozent. Der Einzelverkauf brach im Vergleich zum dritten Quartal 2012 um 29 Prozent auf 82.031 Exemplare ein, die Zahl der Abonnements ging um rund 8 Prozent zurück auf 189.115. Schönheitskosmetik betrieb Hubert Burda Media erneut mit der Ausweitung der Sonstigen Verkäufe, die um 67 Prozent auf 20.541 stiegen. Die Zahl der Bordexemplare blieb hingegen konstant.

Beim "Spiegel" stehen für den designierten Chefredakteur Wolfgang Büchner ebenfalls schwierige Zeiten an. Unter der Regie des Interimsduos Klaus Brinkbäumer und Martin Doerry sank die verkaufte Auflage im dritten Quartal um 5 Prozent auf 896.298 Exemplare. Am Kiosk verloren die Hamburger knapp 10 Prozent der Käufer, im Einzelverkauf wurden nur noch 298.048 Exemplare abgesetzt. Die Abo-Zahlen fielen hingegen "nur" um 3 Prozent auf 419.550 (Vorjahreszeitraum: 432.201). Dem Auflagenverlust steuert der "Spiegel" ebenfalls mit einer leichten Erhöhung der Sonstigen Verkäufe (plus 8 Prozent) sowie der Freiexemplare (plus 12 Prozent) entgegen.

Auf den ersten Blick positiv sieht die Quartalsbilanz beim "Stern" aus. Unter dem neuen Chefredakteur Dominik Wichmann stieg die verkaufte Auflage im Vergleich zum Vorjahreszeitraum minimal auf 812.429 Exemplare - geschönt allerdings durch eine krasse Erhöhung der Exemplare an Bord (plus 19 Prozent) und im Sonstigen Verkauf (plus 670 Prozent). Rechnet man diese Ausgaben aus der Statistik heraus, sank die verkaufte Auflage um etwa 5 Prozent. Der Grund: Im Abo bezogen knapp 10 Prozent weniger Leser den "Stern" als im Vorjahreszeitraum (jetzt noch 222.316), am Kiosk setzte Gruner + Jahr 7 Prozent weniger Magazine ab (nun 236.661). fam
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