IVW 2/2016 Einzelverkäufe bereiten "Spiegel" und "Stern" Probleme

Mittwoch, 20. Juli 2016
 Die großen Zeitschriften haben weiter mit Auflagenrückgängen zu kämpfen
Die großen Zeitschriften haben weiter mit Auflagenrückgängen zu kämpfen
Foto: Colourbox

Die gute Nachricht zuerst: Der Rückgang der verkauften Auflagen von "Spiegel", "Stern" und "Focus" fällt nicht so dramatisch aus wie im ersten Quartal des Jahres 2016, als noch Einbrüche im zweistelligen Prozentbereich zu beklagen waren. Der Befund bleibt allerdings der gleiche: Für alle drei Titel geht es weiter abwärts.

Am höchsten fällt das Minus beim "Spiegel" aus: Die verkaufte Auflage des Hamburger Nachrichtenmagazins betrug im 2. Quartal 771.450 Exemplare, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Rückgang von 6,24 Prozent bedeutet. Insbesondere im Einzelverkauf plagen den Verlag große Probleme, hier brach die Auflage um rund 12 Prozent ein. Auch die Zahl der Abonnements ging zurück: 378.583 Exemplare wurden an feste Kunden ausgeliefert und damit 3,94 Prozent weniger als im Q2 2015.

Die Zahlen des "Stern" lesen sich nahezu gleich - mit einem kleinen Unterschied: Während die insgesamt verkaufte Auflage um 4,29 Prozent auf 704.729 Exemplare und die Einzelverkäufe um mehr als 11 Prozent auf 178.638 Hefte zurückgingen, stieg die Zahl der Abonnements: Im Abo setzte Gruner + Jahr 211.632 "Stern"-Hefte ab, was eine Steigerung von 5,32 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Das reichte allerdings nicht, um den allgemeinen Negativtrend auszugleichen.

Beim "Focus" verrät der Blick auf die Einzelverkaufszahlen, dass es durchaus hätte schlimmer kommen können: Das Minus beträgt hier nur 2,42 Prozent, womit der Burda-Titel bei 67.074 Exemplaren, die an Kiosken, Tankstellen oder in Supermärkten verkauft wurden, ankommt. Allerdings verzeichnet auch der "Focus" ein Minus bei den Abonnements um mehr als 4 Prozent, in diesem Segment wird ein Absatz von 174.753 Heften gemeldet. Die insgesamt verkaufte Auflage betrug damit 477.965 Exemplare, ein Minus von 4,69 Prozent.
Auflagencheck 19/2016

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Im April und Mai warf die Fußball-Europameisterschaft schon schwer ihre Schatten voraus, sodass ein Blick auf die größten Sporttitel lohnt. In diesem Segment gibt es einen großen Gewinner: "11 Freunde". Der Titel aus dem Hause Gruner + Jahr konnte seine verkaufte Auflage um fast 20 Prozent auf 96.313 Exemplare steigern, die Einzelverkäufe schossen sogar um grandiose 46 Prozent auf 52.347 Exemplare hoch.

Dafür gibt es allerdings eine recht einfache Erklärung: "11 Freunde" begleitet große Turniere im Vorfeld stets mit Sonderausgaben, die am Kiosk sehr gut angenommen werden - auch in diesem Mai gab es ein EM-Sonderheft. Dass dieser Effekt im abgelaufenen Quartal zum Tragen kam, zeigt auch ein Blick auf die Abo-Zahlen des Titels, die nur um 0,68 Prozent auf 39.528 Hefte zulegten.

Ansonsten war auch im Sport-Segment Schrumpfkurs angesagt: Die Einzelverkaufszahlen der "Kicker"-Ausgaben am Montag und Donnerstag brachen jeweils im zweistelligen Bereich ein, die insgesamt verkaufte Auflage liegt bei 135.574 Exemplaren für das Donnerstags-Heft (-1,34 Prozent) und 152.024 Exemplaren für die Montagsausgabe (-7,29 Prozent). Branchenprimus "Sport Bild" muss einen Rückgang der verkauften Auflage von sechs Prozent auf 348.525 Exemplare hinnehmen. Im Einzelverkauf betrug das Minus gar 14 Prozent, sodass noch 151.764 Exemplare über die Ladentheken gingen. ire

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