IVW 2/2016 "Bild" verliert zweistellig, "Handelsblatt" gewinnt gegen den Trend

Mittwoch, 20. Juli 2016
Die Auflagen der großen Zeitungen stehen weiter unter Druck
Die Auflagen der großen Zeitungen stehen weiter unter Druck
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Die aktuellen Quartalszahlen der IVW bringen für die großen Tageszeitungen erneut keine besonders guten Nachrichten. Fast alle überregionalen Blätter müssen weiterhin mit sinkenden Auflagen leben. Die "Bild" gab erneut zweistellig nach, ebenso "Die Welt". Allein das "Handelsblatt" konnte sich erneut gegen den allgemeinen Abwärtstrend stemmen.
Beginnen wir mit den guten Nachrichten: Auch angesichts des vielbeschworenen Strukturwandels der Medienlandschaft gibt es Zeitungen, die ihre verkaufte Auflage steigern können: So verkaufte das "Handelsblatt" im 2. Quartal dieses Jahres im Schnitt 125.924 Exemplare pro Ausgabe - ein Plus von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Allerdings entfällt ein guter Teil des Zuwachses auf die Sonstigen Verkäufe, die um über 50 Prozent ausgebaut wurden, aber auch die Zahl der voll bezahlten Abos stieg leicht auf 85.886 (+0,5 Prozent). Ansonsten dominieren bei den überregionalen Tageszeitungen einmal mehr die roten Zahlen. Am deutlichsten ging es für die großen Titel von Axel Springer abwärts: Die verkaufte Auflage der "Bild" (inklusive "B.Z.") blieb auch im 2. Quartal unter der Marke von 2 Millionen Exemplaren täglich. Eine verkaufte Auflage von 1.956.431 Exemplaren entspricht einem Minus von 11,9 Prozent, der Einzelverkauf sank um 13,4 Prozent. Bei Axel Springer tröstet man sich damit, dass man seinen Marktanteil angesichts eines insgesamt rückläufigen Marktes stabil halten konnte.
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Die Auflage der "Welt" gab um 10,1 Prozent auf 180.388 Exemplare nach - auch weil Axel Springer die Zahl der Verkaufsstellen massiv reduziert hat und sich stärker auf Premium-Zielgruppen konzentrieren will. Die Lieferungen an den Einzelhandel wurden um fast ein Viertel zurückgefahren, in der Folge ging auch der Einzelverkauf um über 40 Prozent zurück. Allerdings sank auch die Zahl der Abos um 12,5 Prozent.

Fast im Gleichschritt sinken die Auflagen von "Süddeutscher Zeitung" und der "Frankfurter Allgemeinen". Die verkaufte Auflage der "SZ" sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent auf 368.814 Exemplare, die der "FAZ" um 3,5 Prozent auf 256.188 Stück. Die Unterschiede liegen im Detail: Die Münchner müssen im Einzelverkauf ein höheres Minus von 12,1 Prozent hinnehmen, die Frankfurter bei den Abos (-5,2 Prozent).

Ein noch größeres Minus muss die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" verkraften, deren Auflage um 9,5 Prozent auf 251.529 Exemplare nachgibt - vor allem im Einzelverkauf lief es im vergangenen Quartal nicht gut (-10,7 Prozent). Die "Zeit" konnte ihre Auflage dagegen mit 504.779 Exemplaren (+0,2 Prozent) stabil halten - half mit mehr Bordexemplaren und Sonstigen Verkäufen allerdings auch etwas nach. dh
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