IVW 1/2017 Reduzierung der weichen Auflage drückt "Stern" zweistellig ins Minus

Montag, 24. April 2017
Für die meisten Zeitschriften geht es bergab
Für die meisten Zeitschriften geht es bergab
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Der Auflagenschwund bei den großen Magazinen setzt sich weiter fort. Am deutlichsten ging es im 1. Quartal für den "Stern" abwärts, der rund 17 Prozent seiner verkauften Auflage einbüßte - auch weil der Verlag die Zahl der Bordexemplare deutlich abgesenkt hat. "Spiegel" und "Focus" liegen ebenfalls im Minus, allerdings halten sich die Verluste der beiden Nachrichtenmagazine in Grenzen. 
Die nackten Zahlen sind heftig: Laut den jüngsten Zahlen der IVW brach die verkaufte Auflage des "Stern" in den ersten drei Monaten des Jahres um 17,18 Prozent ein. Im Schnitt verkaufte das Magazin von Gruner + Jahr im 1. Quartal 595.729 Exemplare pro Ausgabe. Der Verlag weist darauf hin, dass man seit Jahresbeginn die weiche Auflage um rund 90.000 Exemplare abgesenkt hat. So weist die IVW bei den Bordexemplaren ein Minus von sage und schreibe 50,7 Prozent auf 68.978 Exemplare aus. "Wir haben uns bewusst entschieden, weiche Auflage beim 'Stern' abzubauen. Ein Teil der Bordauflage wurde auch durch die Lufthansa reduziert, die seit Januar ihren Passagieren keine Zeitungen und Zeitschriften mehr auf Kontinentalflügen anbietet", erklärt "Stern"-Publisher Alexander Schwerin: "Wir konzentrieren uns darauf, Leser mit relevanten Inhalten zu überzeugen und durch gezielte Vertriebsaktionen zu gewinnen." Allerdings verlor der "Stern" auch in den harten Auflagenkategorien rund 33.000 Exemplare, vor allem durch ein Minus von 9,4 Prozent bei den Abos. 

Auch "Spiegel" und "Focus" mussten im ersten Quartal erneut Federn lassen, wenn auch nicht ganz so deutlich wie der "Stern": So sank die verkaufte Auflage des "Spiegel" um vergleichsweise harmlose 2,78 Prozent auf 771.066 Exemplare. Die Zahl der Abos blieb mit 378.864 stabil (1/2016: 378.479), der Einzelverkauf sank dagegen auf nur noch 203.758 Exemplare (-7,7 Prozent). Die Zahl der Bordexemplare sank auch beim "Spiegel" um über 10 Prozent auf 66.166, war allerdings auch längst nicht mehr so hoch wie bei "Stern" und "Focus".  Beim "Focus" ist der Anteil der Bordexemplare trotz eines Minus von rund 8 Prozent mit 130.365 Exemplaren weiterhin vergleichsweise hoch. Dafür konnte das Magazin von Hubert Burda Media die Zahl der Abonnements um 2,2 Prozent auf 178.739 steigern. Da der Einzelverkauf  zugleich um 10,6 Prozent auf nur noch 56.357 Exemplare gesunken ist, verliert der "Focus" unter dem Strich 3,85 Prozent und landet bei einer verkauften Auflage in Höhe von 456.020 Exemplare. dh
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