Hubert Burda "Print bleibt ein solides Geschäft"

Montag, 17. Februar 2014
Glaubt weiterhin an Print: Verleger und VDZ-Präsident Hubert Burda
Glaubt weiterhin an Print: Verleger und VDZ-Präsident Hubert Burda
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Erst kürzlich hat Hubert Burda mit seiner Einschätzung, allein mit Qualitätsjournalismus könne heute niemand mehr überleben, für Aufsehen gesorgt. Im Interview mit dem "Handelsblatt" bricht der Verleger nun eine Lanze für das traditionelle Printgeschäft, mahnt allerdings auch dazu, das digitale Geschäft Google & Co. nicht kampflos zu überlassen. Hubert Burda zu seinem Zitat beim DLD, allein mit Qualitätsjournalismus könne heute nieman mehr überleben:
"Meine Einschätzung bezog sich nicht auf das gedruckte Wort, sondern lediglich auf hochwertigen News-Journalismus im Internet. Dort kommen zurzeit vermutlich nur drei Akteure über die Runden: "Bild", "Spiegel" und "Focus" mit einem geschätzten Umsatz von insgesamt rund 100 Millionen Euro jährlich."

... über das Ende seiner anfänglichen Internet-Euphorie:
"Ich hatte schlicht bemerkt, dass wir mit dem bisschen, was uns Google an Werbegeschäft lässt, unsere Kosten, zum Beispiel für große Redaktionen, nie aufwiegen würden. Da endete meine Begeisterung."

... über das tradtitionelle Print-Geschäft:
"Print bleibt ein solides Mediengeschäft, von dem man sich nicht überhastet trennen sollte. Vor zehn Jahren wollten viele Verleger nicht ins Netz, nun müssen sie schon sehr viel Geld in die Hand nehmen, um dort überhaupt etwas kaufen zu können."

"Ich kann meinen Verlegerkollegen nur zurufen: Starrt bloß nicht auf Google, sondern widmet Euch dem Grosso. Es geht um Euren Vertrieb, nicht ums Internet!"

... über Trends im Printgeschäft:
"Am leichtesten hat es zurzeit alles, was mit Lifestyle zu tun hat - und zwar weltweit und gerade in den Werbemärkten. (...) Schwer tut sich eher der Nachrichtenbereich. Nachrichten sind einfach extrem schnell verderblich geworden."

... über den uneinheitlichen Datenschutz in Europa:
"Wenn die Amerikaner sich weiterhin aussuchen können, welches Recht für die in Europa gilt, marschieren sie durch."

... über eine mögliche weitere Amtszeit als Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger:
"Wenn die Mitglieder wollen, mache ich alles, wozu eine Notwendigkeit besteht."
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