Hubert Burda "Allein mit Qualitätsjournalismus kann heute niemand mehr überleben"

Montag, 20. Januar 2014
Verleger Hubert Burda beim DLD
Verleger Hubert Burda beim DLD


Die "Zukunft des Journalismus" sieht Hubert Burda recht klar vor sich. "Allein mit Qualitätsjournalismus kann heute niemand mehr überleben", sagte der Münchner Verleger am Montag im Rahmen der Digitalkonferenz DLD in München.
Damit reagierte der Burda-Chef aus dem Publikum heraus auf die Aussage von "Freitag"-Verleger Jakob Augstein, Häuser wie Axel Springer und Burda würden im digitalen Bereich lediglich mit solchen Produkten Geld verdienen, die nichts mit Journalismus zu tun haben. Für letzteren sei es nämlich schwer im Netz. "Wir verdienen nach wie vor unser ganzes Geld damit, eine Zeitung zu verkaufen", so Augstein weiter und damit habe sich für die deutsche Zeitungslandschaft seit Jahrzehnten kaum etwas verändert.

Grund genug für Zuhörer Burda, sich selbst zu Wort zu melden. Schließlich seien explizit den Zeitungen in den letzten Jahren wichtige Eckpfeiler ihres Umsatzes weggebrochen. "Die Stellenanzeigen finden wir jetzt bei Xing und den Rubrikenmarkt auf Plattformen wie Holidaycheck, Autoscout und Elitepartner." Für Burda ist es deshalb in der heutigen Zeit umso wichtiger, ein Medienhaus über mehrere, auch digitale Erlösquellen finanzieren zu können. Denn: "Als Verleger muss man an sein Geschäftsmodell denken."

Trotz wegbrechender Abo- und Anzeigenerlöse müsse man sich dabei allerdings immer wieder auch auf die Rolle des Journalismus besinnen, entgegnete "Spiegel"-Miteigentümer Augstein. Diese sei es, den Mächtigen auf die Finger zu schauen. In der heutigen Zeit sei das zwar schwieriger geworden, ernstzunehmende Alternativen im Internet gebe es allerdings bislang nicht. "Ich hoffe, dass die großen Verlagshäuser überleben werden", so Augstein weiter. Denn gefährlich werde es erst dann, wenn man sich die Frage stellt, ob man überhaupt noch Journalismus braucht, wenn man mit ihm digital kein Geld verdienen kann. kl
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