Haushalt 2014 ZDF rechnet mit 17 Millionen Euro Verlust

Freitag, 13. Dezember 2013
Intendant Thomas Bellut bekommt den ZDF-Haushalt 2014 genehmigt
Intendant Thomas Bellut bekommt den ZDF-Haushalt 2014 genehmigt


Der ZDF-Fernsherat hat auf seiner heutigen Tagung den Haushaltsplan der Sendeanstalt für 2014 genehmigt. Obwohl die Erträge steigen, wird unter dem Strich ein Minus stehen: Das ZDF rechnet für das kommende Jahr mit einem negativen Gesamtergebnis von 17 Millionen Euro - dies würde allerdings durch Rücklagen aus Überschüssen vergangener Jahre gedeckt. Insgesamt erwartet das ZDF Erträge von insgesamt 2,06 Milliarden Euro, davon 1,7 Milliarden aus dem Rundfunkbeitrag. Außerdem sollen aufgrund der sportlichen Großereignisse wie Winter-Olympia und Fußball-WM zunehmende Umsätze aus Werbung und Sponsoring positiv zu Buche schlagen. Dem gegenüber stehen Aufwendungen in Höhe von rund 2,16 Milliarden Euro - verursacht zu einem Gutteil durch die angesprochenen Großereignisse. Im Investitionshaushalt rechnet das ZDF mit einem Überschuss von 77 Millionen Euro, daher steht am Ende ein Minus von 17 Millionen Euro. Für die Deckung sollen Rücklagen aus Überschüssen vergangener Jahre sorgen.

Sollte das ZDF durch den Rundfunkbeitrag mehr Geld einnehmen als von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) genehmigt, dürfen diese Mehreinnahmen nicht sofort reinvestiert werden, sondern fließen in die Rücklage. Über die mögliche Verwendung entscheiden die Bundesländer auf der Basis eines Vorschlages der KEF. "Das ZDF hält an seinem eingeschlagenen Sparkurs konsequent fest", sagt ZDF-Intendant Thomas Bellut. "Nur so kann eine solide wirtschaftliche Basis auch für die kommenden Jahre sichergestellt werden."

Gleichzeitig kündigte das ZDF an, den Spartensender ZDFneo im kommenden Jahr stärker als "Innovationsschmiede" positionieren zu wollen. Der Digitalkanal glänzte im Oktober 2013 mit einem Tagesmarktanteil von über 2 Prozent, im Jahresdurchschnitt ist die 1-Prozent-Marke laut ZDF in greifbarer Nähe. Künftig wolle sich ZDFneo "vor allen Dingen im Bereich Comedy und Show engagieren und als 'kleine Bühne' für Talent Scouting etablieren." Außerdem sind Reportagen mit gesellschaftlicher Relevanz in Arbeit: "Väter" (Arbeitstitel) beschäftigt sich mit dem Alltag junger Väter und ihrer Kinder, "Ziemlich starke Frauen" widmet sich Frauen im Rollstuhl.

Darüber hinaus soll ZDFneo in seinem "TV Lab" im nächsten Jahr erstmals die Entwicklung einer eigenen Serie in Angriff nehmen. Parallel dazu soll der Aufbau von Sender-Gesichtern vorangetrieben werden. Zu diesen zählt ZDFneo bereits Manuel Möglich, Sarah Kuttner, Philip Simon, Thorsten Eppert und Jan Böhmermann. ire
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